Ist es Zufall, dass auch dieser Künstler in Los Angeles lebt? Aktuell gibt es wohl wenige Städte, die mit ähnlich spannender Musik aufwarten können. Neuestes Beispiel ist das Album „Headnod Suite“ von Karriem Riggins, welches bereits im Februar erschienen ist.

Karriem Riggins ist Drummer und Produzent. Beteiligt war er sowohl an „The Life of Pablo“ von Kanye West, als auch an Kaytranadas „99.9%“. Vielleicht kennt der ein oder andere auch noch „Timeless: Suite for Ma Dukes“ von Miguel Atwood-Ferguson. Darüber hinaus ist der in Detroit geborene Musiker regelmäßig unterwegs mit Diana Krall. Nun ein Solo-Album. Das Zweite.

Bevor ich reingehört hatte, konnte ich mit dem Titel wenig anfangen „Headnod Suite“? Klassik trifft Hip-Hop? Jazz? Ein paar Beats werden zu höherer Kunst erkoren? Ich war skeptisch. Nach mehreren Durchläufen macht das ganze dann aber tatsächlich Sinn. Zunächst hört man bloß rumpelnde Drums, ein paar technoide Synthies und einige astreine Samples. Klar, irgendwo ein wenig J. Dilla. Aber dann?

Dann bemerkt man die umwerfende Musikalität hinter diesen 29 (sic!) verschrobenen Beats. Effizient ist der richtige Ausdruck. Denn diese Soundfetzen bleiben oft minimalistisch und kryptisch, ohne an Energie oder Gefühl einzubüßen. Der sich bedingungslos wiederholende Takt von „Trombone Love“? Genial. Die Art wie das Sample auf „Bahia Dreamin’“ geflippt wurde? Grandios.

Foto: Gerard Victor

Die Hip-Hop-Hörer sind natürlich down mit Karriem Riggins und stehen eh mit einem Bein im Jazz. Es wäre schön, wenn der gealterte Ben Webster-Hörer durch so ein Album wie „Headnod Suite“ den Weg in die andere Richtung findet und Alben wie „Black America Again“ entdeckt. An sich ist nämlich beides großartige Musik!

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