Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Mit ihrem aktuellen Album „Ich vs. Wir“ waren Kettcar Anfang des Jahres auf groß angelegter Release-Tour. Unter anderem spielten sie dabei vor über 4.000 Menschen im Kölner Palladium, in Hamburg schaffte man es, drei Mal die Große Freiheit 36 auszuverkaufen. Eins steht fest: Die Hamburger um die beiden Wiebusch-Brüder sind gefragter, denn je.

Ihr drittes Konzert in Hamburg spielten sie am 07. Februar zusammen mit Matula als Support. Die wiederum kehrten Ende letzten Jahres aus einer mehrjährigen Pause zurück und spielten an diesem Abend eines ihrer ersten Konzerte seit besagter Pause und konnten vollends mit einem leidenschaftlichen Auftritt überzeugen. Neues Material gab es leider noch nicht zu hören, allerdings wird im Verlaufe des Jahres definitiv ein neues Album kommen, auf das man sich freuen darf.

Das Kettcar-Set startete mit „Trostbrücke Süd“, dazu wurden Video-Aufnahmen einer Autofahrt durch St. Pauli auf den großen Bildschirmen gezeigt. Der Spannungsbogen wurde hoch gehalten mit einem Stakkato aus „Graceland“, „Money Left to Burn“ und „Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)“ wurden nacheinander gespielt. „48 Stunden“ und „Balu“ bildeten einen schönen Zwischenblock, der das Tempo gekonnt heraus nahm. Zwischen den Songs folgten lockere und teils typisch hamburgisch-humoristische Zwischenansagen.

Mit „Ankunftshalle“ und „Deiche“ wurde das reguläre Set stimmig beendet. Anschließend folgte die Zugabe, während der die Band unter anderem „Der Tag wird kommen“ von Wiebuschs Soloalbum „Konfetti“ spielte. „Ich danke der Academy“ folgte daraufhin und mit „Landungsbrücken raus“ gab es den emotionalen Höhepunkt des Abends. Zum Finale gab es dann noch den Rausschmeißer „Den Revolver entsichern“.

Am Ende des Abends steht fest: Kettcar sind wieder da und besser, als je zuvor. Der politisch-gesellschaftskritische Anstrich steht der Band und leitet sie in neue Höhen, nachdem in den vorherigen Jahren vor der Pause doch ein wenig die Luft raus war. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sich dies so schnell nicht wiederholen wird – die Zeichen stehen jedenfalls gut.

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