Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Zweieinhalb Wochen hat es gedauert, bis meine persönliche Konzertsaison 2017 endlich angefangen hat. Am vergangenen Dienstag war es endlich so weit: Es ging in den beschaulichen und ebenso kuscheligen Nochtspeicher, wo Kevin Devine mit seiner The Goddamn Band die Zuschauer erwartete. Tatsächlich wurde ich erst über Torges Beitrag auf Devine aufmerksam. Ich sollte herausfinden, dass das ein sehr glücklicher und passender Umstand war, denn sonst hätte ich ein wirklich tolles Konzert verpasst!

Laura Stevenson läutet ein

Devine hatte jedoch nicht nur seine eigene Band mit an Bord, sondern auch die Singer-Songwriterin Laura Stevenson. Ganz alleine, auf einem Hocker sitzend und mit einer Westerngitarre in der Hand führte sie durch den ersten Teil des Abends und konnte die Zuschauer damit direkt in ihren Bann ziehen.

„I play sad songs“ sagt sie am Anfang. Das tut sie tatsächlich und da steckt eine Inbrunst dahinter, die einen schlichtweg einfach nur still dastehen und zuhören lässt. Mehr ist nicht drin und mehr soll vor allem auch nicht drin sein. Die Crowd im Nochtspeicher wusste die Hingabe der New Yorkerin zu schätzen, die Applauswellen nach den Songs wurden stetig länger.

Das lies auch Stevenson nicht ganz kalt und so ergab sich eine intime Atmosphäre im kleinen Club – eine, die einfängt und einen auch nicht wieder loslassen will.

Kevin Devine fesselt ungemein

Laura Stevenson sorgte also für einen tollen Auftakt in den Konzertabend, der von Kevin Devine und seiner Band abgeschlossen werden sollte. Zunächst betrat Devine die Bühne alleine und spielte den ersten Song „Just Stay“ völlig alleine. Es kommt einem wie die Weitergabe des intimen Staffelstabs von Stevenson zu Devine vor.

Dann kommt auch die Band auf die Bühne und das Tempo zieht merklich an. Es geht flott und locker durch die Setlist. Der Fokus liegt natürlich auch den neuen Songs des „Instigator“-Albums – gespielt wurden unter anderem der Titelsong und „Magic Magnet“. Dazu gesellten sich dann auch ältere Stücke, sodass ein sehr kurzweiliges und ansehnliches Potpourri aus der Diskographie des Musikers entstand.

Vor allem imponierte jedoch Devines sympathische Art. Mit breitem Lächeln erzählte er beispielsweise einige Anekdoten seiner vorherigen Hamburg-Besuche und seine unermüdliche und motivierte Vocal-Performance war über alle Zweifel erhaben. Dazu zeigte sich auch seine Band äußerst spielfreudig!

Ganz am Ende spielt er dann noch einmal einen Song alleine: „I Was Alive Back Then“, der Closer des aktuellen „Instigator“-Albums. In der Mitte des Songs entfernt er sich dabei vom Mikrofon und singt so beherzt in die Menge, dass einem die Spucke weg blieb. Hier schloss sich ein Kreis und es war ein sehr schönes Ende für einen gelungenen Konzertabend.

Dass die Gruppe hiernach keine Zugabe mehr spielte und Devine stattdessen direkt zum Merch-Stand ging, störte nach diesem Ende niemanden mehr. Wie sollte es einem in dieser Situation nach diesem Konzert aber auch bitte einfallen, wegen so etwas die beleidigte Leberwurst zu spielen?

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