Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Was war denn da los?! Am 16. März waren Frank Carter & The Rattlesnakes im headCRASH Hamburg zu Gast – und was soll ich sagen? Wahrscheinlich war das schon mein Konzert des Jahres! Aber von vorn.

Es ist Freitagabend und Hamburg zeigt sich mal wieder von seiner schönsten Seite – es ist arschkalt und stürmt. Davon war aber wenige Zeit später nichts mehr zu merken, denn im headCRASH kochte die Stimmung. Mit zwei Supportbands im Gepäck wurde es zu einem denkwürdigen Abend. WOES, die ebenfalls wie Frank Carter und Demob Happy aus dem Vereinigten Königreich kommen, starteten das wilde Treiben. Zu Beginn noch etwas schüchtern überzeugten die jungen Briten mit ihrem Pop-Punk und jeder Menge Spaß auf der Bühne. Es ist eben nie leicht als erste Band, aber mit einer starken Fanbase im Nacken, die sich in der ersten Reihe breit gemacht hatte, entwickelte sich alles von alleine.

Weiter ging es mit Demob Happy. Drei verrückte Typen (im positiven Sinne), die nicht zu Unrecht eine von Frank Carters Lieblingsbands sind. Der Psycho-Rock der Engländer kam auch beim Publikum gut an. Die Herren machten einen souveränen Eindruck und überzeugten nicht nur mit ihren Outfits. Da eine Woche später, am 21.03., ihr neues Album „Holy Doom“ erschien, durften wir schon einigen neuen Songs lauschen. Freunde der guten Rockmusik, ich kann euch nur empfehlen die Jungs im Auge, bzw. im Ohr zu behalten. Neben ihrer guten Musik sind die Herren zudem auch super sympathisch, denn ich traf zwei der drei Musiker an ihrem Releaseday zufällig noch im Exile auf dem Hamburger Berg und durfte mit ihnen ein paar Bier trinken. Wer kommt an seinem Off-Day nicht gerne zurück nach Hamburg, weil es einem so gut gefallen hat? True Story!

Und dann wurde es richtig gewaltig! In einem Gucci Netz-Hemd (ist das noch Punk?!) betritt Frank Carter mit seiner Band The Rattlesnakes die Bühne. Und der legt mit „Trouble“ gleich richtig los. Das wird garantiert kein entspanntes Gruppenkuscheln an diesem Abend. In der ersten Reihe befinden sich englische hardcore Fans, die jeden Song mitsingen können und auch beim Crowdsurfen kein Halten kennen.

Bereits zu Beginn des Konzerts erklimmt Frank die Theke des headCRASHs und zeigt seine neu gewonnenen Yogaskills, in dem er einfach einen Kopfstand auf dem Publikum macht.

Doch damit nicht genug! Frank sucht immer wieder die Nähe zu seinen Fans und begibt sich in die Höhle des Löwen. Während er in der Mitte des Raumes steht, wirbelt ein riesiger Pit um ihn herum und er singt unbehelligt weiter.

Auch die Frauen dürfen an diesem Abend nicht zu kurz kommen! Bei „Wild Flowers“ fordert er die Ladys auf, auf die Bühne zu kommen. Die Crowd soll sie auf Händen tragen, wie es sich für eine Frau gehört. Und somit ist die Bühne auf einmal voll von jungen Frauen, die über die Menge getragen werden. Frank ist eben ein Gentleman.

Natürlich steht bei Frank Carter & The Rattlesnakes irgendwie der kleine Mann im Fokus, aber auch die Band hat einiges zu bieten. So schmeißt sich der Gitarrist samt Gitarre auf die Menge und spielt eben von oben die Songs. Kann man mal machen! Allgemein sind The Rattlesnakes eine astreine Band, die spielerisch auf einem ganz hohen Niveau liegt. Einen kleinen Gastauftritt durfte auch Tattoo-Praktikant Mouse aufs Parkett legen und shoutete was das Zeug hielt. Denn neben seiner Band ist Frank Carter auch als Tattoowierer unterwegs und hat auf Tour fleißig Farbe unter die Haut gebracht. Und auch auf die Gefahr hin, dass ihr gleich alle eifersüchtig seid – auch ich habe ein hübsches neues Bild unter der Haut, allerdings von seiner zauberhaften Freundin Emily Malice, die ihn die Tour über begleitet hat. Somit saß ich Freitag Mittag bei Frank Carter im Hotelzimmer, bekam einen leckeren Smoothie gereicht und durfte mich ein wenig mit beiden unterhalten. Besser geht es wohl nicht. Aber zurück zum Konzert.

Kurz vor Ende werden bei „Lullaby“ etwas softere Töne angeschlagen, denn diesen Song hat Frank seiner Tochter gewidmet. Aber so verlässt ein Frank Carter natürlich nicht die Bühne! Mit einem grandiosen Knall und einer Masse die lauthals „I Hate You“ mitgröhlt, geht dieses wunderbare Konzerterlebnis zu Ende. Wow – was für ein Brett dieser Kerl. Ich werde noch lange an diesen Abend zurückdenken und in Erinnerungen schwelgen!

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