KMPFSPRT

Foto: People Like You Records

KMPFSPRT – das ist die Kölner Punkrock-Band, die 2014 mit ihrem Debütalbum „Jugend Mutiert“ gerechterweise zu den Lieblingen der Szene wurden. Harte Musik mit Ecken und Kanten, raus Geschrei und starke Texte – da passte schlichtweg alles und auch ich habe die Band lieb gewonnen. Nun, zwei Jahre später, schieben sie den Nachfolger „Intervention“ nach, der anknüpfen, aber gleichzeitig weitergehen soll.

KMPFSPRT - Intervention

„Weitergehen“ bezieht sich vor allem auf den Sound der Band, der sich in den zwei Jahren hörbar verändert hat. Weniger „straight forward“, glatter produziert und mit einer deutlich gestiegenen Anzahl an cleanen Gesang-Parts statt röhrendem Geschrei. Was sich zunächst vielleicht vielversprechend anhören mag, schlägt am Ende umso stärker zurück.

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Das will nun natürlich näher beleuchtet werden. Hört man den ersten Song „Soundtrack zum Aufprall“ sowie die beiden bisherigen Vorab-Veröffentlichungen „Intervention“ und „Ich hör die Single nicht“, mag man gemeinhin annehmen, dass ich eine Schraube locker hätte. Das sind drei starke Songs, der Opener weckt einen mit harschen Hi-Hats aus dem Tiefschlaf auf, der Titelsong ruft zum eigenen Aufbrauch auf und „Ich hör die Single nicht“ ist ein kerniger Punkrocker. Der Einstieg ist wirklich gut und lässt auf ein tolles Album hoffen.

Im weiteren Verlauf von „Intervention“ bekommt man jedoch immer stärker das Gefühl, dass man gerade einer anderen Band zuhört. Richards Stimme, die „Jugend Mutiert“ gerade zu dem machte, was es war und ist, kommt deutlich gezügelter daher, zudem hat David mit seinem (wohlgemerkt ausgezeichneten) schon immer klaren Gesang deutlich mehr Vocal-Anteile.

Stellenweise hört es sich sehr pop-rockig an – vor allem „Lichter“, „Wir bleiben wach“ und „2014 24/7“ passen in dieses Raster und laufen dadurch größtenteils unbehelligt durch. Zwar gibt es hier und da immer noch das ein oder andere coole Arrangement zu hören („Löschen.Zurückspielen.“ und „Pamphlet“), allerdings erreicht es nicht mehr die Dringlichkeit, die man eigentlich so sehr an ihrer Musik schätzt.

Thematisch bleiben KMPFSPRT jedoch über die gesamte Laufzeit stark. „Antithese“ ist hier natürlich ein gutes Beispiel und sagt mit simplen Worten eine Menge aus: „Und der Schrei nach Liebe wird plötzlich wieder laut / […] / Doch wir schreien lauter, dann hört man euch kaum“. Auch auf „Mit Anlauf“ trifft diese Beschreibung komplett zu. Für mich steht fest: Am besten sind KMPFSPRT dann, wenn sie wütend klingen und den Mittelfinger gen Himmel recken.

„Intervention“ bietet einige gute Songs, die über die Laufzeit hinweg immer wieder eingestreut werden und so ein Stück weit für andere, wenig spannende, Songs versöhnlich wirken. Nichtsdestotrotz denkt man sich immer wieder, dass die vier Kölner das doch eigentlich so viel besser können. Das so schreiben zu müssen, tut mir persönlich, der einen immensen Respekt vor dieser eigentlich unheimlich guten Band hat, weh.

Veränderung als solches ist beileibe keine schlechte Eigenschaft – es kommt aber immer darauf an, wie diese aussieht und hier muss ich sagen, dass diese bei „Intervention“ weniger gut gelungen ist. Zu glatt klingt die Produktion, zu selten wirken die Songs beim Hören, zu oft hat man das Klischee des „typischen zweiten Albums“ im Hinterkopf. Ich jedenfalls hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass mich das Album streckenweise ratlos zurücklassen würde. Aber gut: Live werden sie sicherlich trotzdem weiterhin absolut sehenswert bleiben (Konzertberichte aus Essen und Bochum). Das tröstet dann am Ende doch wieder etwas.

KMPFSPRT: Intervention Release-Tour

  • 05.05. – Köln, Yuca
  • 06.05. – Hamburg, Kleiner Donner
  • 07.05. – Berlin, Musik und Frieden
  • 14.05. – Osnabrück, Kleine Freiheit
  • 15.05. – Bremen, Tower

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