Ihr kennt Kommando Kant nicht? Das wollen wir ändern! Denn die Jungs veröffentlichen nächsten Freitag (10.03.) exklusiv bei uns ihr neues Video zu „Mohn & Sonne“!

Am 12. August kam ihr Debütalbum „Ziehen Sie ’ne Nummer“ auf den Markt, welches für die Jungs eher ein Zeitzeuge als „das Baby“ ist. Ein Archiv an Songs, welches sich dennoch hören lassen kann. Produziert von Hauke Albrecht, der schon Bands, wie Findus und Captain Planet unter seinen Fittichen hatte.

Wenn ihr noch nicht selbst drauf gekommen seid, woher der Name rührt, erkläre ich es euch gerne kurz. Schon mal etwas von dem Spiel „Kommando Pimperle“ gehört? Fertig! Während des Interviews haben wir übrigens festgelegt, wer welches Kommando ist:

  • André: Kommando Kant
  • Marius: Kommando Flach
  • Jannis: Kommando Faust
  • Björn: Kommando Pimperle

Übrigens ist es auch ziemlich witzig, wenn ausländische Bands auf Kommando Kant (Cunt) stoßen… gecheckt?

Zusammengefunden haben sich die vier durch einige Zufälle. Björn und André wohnten bereits in einer WG und wollten eine Band gründen. Auf einem Trip in die Heimat traf Björn in der Bahn auf Marius, der mit seinem Cello unterwegs war. „Wenn der Cello spielen kann, kann der bestimmt auch Bass spielen“ dachte sich Björn und überzeugte Marius kurzerhand von dem Projekt. Auf der Suche nach einem Drummer wurde ein obligatorischer Aushang getätigt, auf den sich Jannis meldete, der gerade erst ein paar Tage zurück in Deutschland war. Kommando Kant erblickte das Licht der Welt!

Ich habe Björn (Gesang), André (Gitarre), Marius (Bass) und Jannis (Drums) in ihrem Proberaum besucht und eine private Session bekommen. Dazu gab es ein bis zwei Bier und ein kleines Interview. Ab dafür!

Was hat euch zum Musikmachen bewegt?

Jannis: In der achten Klasse kam ein schottischer Kumpel zu mir und meinte, dass er Gitarre spielt und gerne Punk und Grunge machen würde und ob ich Bock hätte Schlagzeug zu spielen. Zum Geburtstag habe ich dann meine erste Schlagzeug-Stunde geschenkt bekommen.

Marius: Ich bin tatsächlich klassisch ausgebildet.

André: Er ist der einzige der was kann.
Marius: Ich hab mit sechs Jahren angefangen Geige zu spielen, dann habe ich zum Cello gewechselt. Ich komme aus einer musikalischen Familie und habe dann mit 14/15 Rock-Musik für mich entdeckt.

André: Um es kurz zu sagen, bei mir war es eigentlich Nirvana.

Björn: Und ich! Wenn ich dich nicht überredet hätte, würdest du heute gar nichts mehr spielen! Und ich selbst habe eigentlich schon immer Musik gemacht. Meine ersten Erinnerungen habe ich an einen kleinen Kasetten-Rekorder mit Mikrofon dran. Ich habe mir dann selbst einen Mikro-Ständer gebaut und zuhause auf meinem Kinder-Tisch mit meiner Mini-Gitarre gestanden und Konzerte für meine Eltern gespielt.

André: Wenn ich noch was hinzufügen darf, meine Eltern sind sehr gute Musik-Hörer und Fans und hab damals schon viel mitbekommen, auch wenn es mich nicht die Bohne interessiert hat. Von Stones bis Led Zeppelin und Red Hot Chilli Peppers. Eigentlich ist in meiner Familie sonst keiner musikalisch. Vielleicht hat der Kontrast dazu geführt.

Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?

Marius: Oh Jesus… Christlich! (lacht)
Wir hatten uns sehr lange Punkrock auf die Fahne geschrieben, aber es ist nicht mehr wahr. Es ist schon Indie-Rock. Ich möchte aber behaupten, mit einem amerikanischen Einschlag.

André: In ein/zwei Presse-Texten haben wir mal geschrieben, dass unser Sound auch „kantig“ ist. Aber eher als Gag. Aber wenn man darüber nachdenkt, stimmt das eigentlich. Es sind zwar alles Melodien aber nicht so eingängig und ein bisschen schräg. Das kantig trifft es da ganz gut.

„So ein bisschen ungeschliffen.”

Marius: Das klingt wie eine Ausrede für „Wir sind gar nicht so gut“. (lacht)

Björn: Ich glaube wir legen erstaunlich viel Wert auf Songwritig. Also mehr Wert darauf, wie der Song ist und weniger darauf, wie er umgesetzt ist. Zumindest war es oftmals so.

Wer sind eure Vorbilder?

Marius: Da sind wir vier sehr unterschiedlich!

Jannis: Ich höre momentan total gerne so Spotify Listen wie „Jazz und Triphop“. Ich spiele das in letzter Zeit auch sehr viel. Aber ich spiele natürlich trotzdem total gerne hier! Ich kann die Einflüsse auch ganz gut bei Kommando Kant mit einbringen.

Björn: Dafür, dass ich Musik-Machender bin, höre ich ziemlich wenig Musik. Gerade so die neueren Sachen die wir machen, bestehen gar nicht so sehr daraus, dass ich irgendwas anderes höre, sondern daraus, dass ich Melodien toll finde. Ich bin immer auf der Suche nach der perfekten Melodie und wenn ich dann etwas vor mir her träller, nehme ich das ab und zu mal auf und hab am Ende dann 100 Melodien von denen 95 Scheiße sind und 2 ganz okay. Das kommt aber nicht so aus anderen Bands. Das ist bei uns auch so ein bisschen die Veränderung, das Songwriting wird einfach freier. Nicht mehr so wie früher, als wir so klingen wollten wie Muff Potter oder so.

Wie kann man sich euren Songwriting Prozess vorstellen?

Marius: Haupt-Songwriter ist Björn. Aber André und ich schreiben auch. Es wird aber ein Song von einer einzigen Person geschrieben und dann wird er von den anderen Band-Mitlgiedern geformt. Man merkt bei uns aber auch, dass drei verschiedene Songwriter bei „Ziehen Sie ´ne Nummer“ mit am Werk waren und trotzdem haben wir es zu einem Endprodukt verarbeitet.

„ Unser Plan für die Zukunft ist auf jeden Fall noch homogener zu werden.”

Wir sind halt vier verschiedene Köpfe die versuchen zusammen Musik zu machen.

Um was geht es in „Mohn und Sonne“ genau und wie seid ihr auf den Namen des Songs gekommen? Der kommt ja nicht im Song selbst vor.

André: Der Song handelt im weitesten Sinne von Projektion. Es geht darum, dass man in einem Gegenüber etwas sieht, wo man denkt, dass verbindet diese beiden Personen miteinander. Obwohl man sich gar nicht kennt. Mohn und Sonne ist einer der Songs, wo man am ehesten von uns sagen kann, dass er in Richtung Liebes-Song geht. Auf jeden Fall, dieses fixieren auf eine Person, die etwas besonderes mit sich bringt und das wenn man dann sich komplett auf diese Person einschießt, dass alles andere nebensächlich wird. Das drückt dieser Titel „Mohn & Sonne“ aus.

Björn: Um das mal ein bisschen zu erklären; Mohn spielt eigentlich nur auf die Farbe Rot hin, da Mohnblumen ja rot sind. Das ist aus einer Situation entstanden, wo die Haarfarbe derjenigen rot war.

Das Video zu „Mohn & Sonne“ hast du, André, im Rahmen deiner Bachelorthesis selbst gedreht und entwickelt.

André: Aus irgendeinem Grund hatte ich direkt Jocy [meine liebe Freundin, die in dem Video die Haupt-Protagonistin spielt] im Kopf. Ich habe das oft, dass sich innerhalb des Bruchteils einer Sekunde eine Idee entwickelt. Und da war halt Jocy, die durch die Nacht irrt und jemand zu sich passendes sucht. Das war die Ausgangssituation.

Nächste Woche zur Veröffentlichung gibt es mehr Infos! Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, außer so viel: Es wird geil!

Habt ihr euch das Band-Dasein so vorgestellt?

Jannis: Ich denke, wenn es darum geht mit Menschen klar zu kommen und nicht nur im Proberaum miteinander Zeit zu verbringen, dann habe ich mir das so vorgestellt. Also mal mit den Leuten einen trinken zu gehen und über scheiße zu schnacken, dann ja. Aber wenn es jetzt darum geht, musikalisch perfekt zu sein, dann habe ich mir das nicht so vorgestellt.

Marius: Du erwartest also mehr Skills von uns?

Jannis: Ich weiß gar nicht wie ich das sagen soll (lacht).

Marius: Jannis hat mehr musikalische Perfektion erwartet.

Björn: Ein gutes Zeichen ist immer, wenn man sich gegenseitig anpisst wegen irgendwelcher Songwriting-Sachen oder irgendwelcher Entscheidungen. Es nervt zwar in dem Moment aber auf der anderen Seite ist es total wertvoll, dass es den anderen Leuten wichtig ist.

André: Was ich mir vorher tatsächlich nicht so vorgestellt habe, ist, dass man so viel tun muss, außer Musik machen. Es ist wie es ist, aber man nimmt das in Kauf.

Wie sind eure Zukunftspläne?

Jannis: Drei Kinder, zwei Frauen! (lacht)

Marius: Zweites Album!


Ich bin auch für ein zweites Album! Vielen Dank für das ausgiebige Gespräch, das Bier und die Privat-Session!

Am Freitag, den 21. April könnt ihr Kommando Kant übrigens zusammen mit Spion Spion und HOWL’N’DRIFT in der Honigfabrik in Hamburg live erleben! Hingehen lohnt sich! Versprochen!

Fotogalerie: Proberaum-Session mit Kommando Kant

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