Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Am Dienstag den 30. Januar gab es im Knust kein Halten mehr. Die Jungs von Fjørt, die im November ihr neues Album „Couleur“ veröffentlichten, waren gemeinsam mit Lirr in Hamburg zu Gast und brachten das Hamburger Publikum ordentlich zum Schwitzen.

Lirr, die ebenso im letzten Jahr Anfang September ihr Album „God´s on our side; welcome to the jungle“ veröffentlicht haben, gaben den Startschuss. Mit drei Videografen im Schlepptau betraten sie die Bühne. Häufig haben es Vorbands ja doch eher schwierig, aber die Menge bewies ihren guten Geschmack und feierte gemeinsam mit den Flensburgern. Nach drei Songs verschwanden dann endlich die Videografen von der Bühne, die für die fünf Herren eh schon ziemlich klein aufgrund der Backline von Fjørt ausfiel. Ab da an wurde es ziemlich düster, da Frontmann Joe darum bat, das Licht herunter zu regeln. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch – mit ihrem großartigen Auftritt zogen sie das Publikum auf ihre Seite. Einziges Manko – Schlagzeug zu laut, Gesang zu leise. Aber egal, eine großartige Wahl, Lirr als Support mitzubringen!

Nach einer kurzen Umbauphase war es dann endlich soweit. Mit ihrem Song „Südwärts“ starteten Fjørt ihre Kracher-Show. Sogleich war das Publikum Feuer und Flamme und feierte was das Zeug hielt und David, Bassist und Sänger der Band, zeigte vollen Körpereinsatz und suchte immer wieder die Nähe zu der tobenden Menge.

Neben einigen alten Songs kamen vor allem die neuen Songs bei den Gästen sehr gut an. Nicht ohne Grund ist „Couleur“ wohl eine der mit Abstand geilsten Platten des letzten Jahres. Natürlich bedarf es zu einigen Songs auch eine ordentliche Ansage, denn Fjørt wären nicht Fjørt, wenn sie die Klappe halten würden. So gab es vor „Raison“ (für mich übrigens der beste Song der Scheibe) eine starke Rede von David, die uns ins Gewissen rufen sollte, dass wir raus gehen müssen und die Fresse aufzumachen haben, wenn mal wieder AfDler oder sonstige Menschenhasser unterwegs sind. Die wahrscheinlich klügste Message in seiner Nachricht war aber, dass wir dies nicht im Internet tun sollten, denn da haben wir all diese Personen schon gelöscht, viel mehr ginge es darum, sie direkt zur Rede zu stellen – „denn auf einen von denen kommen zehn von uns“!

Mit „Lebewohl“ wollten sich Fjørt dann von Hamburg verabschieden und der Song hätte wahrlich nicht besser passen können – aber ohne uns! Das Publikum brüllte nach einer Zugabe und bekam noch einmal drei Songs hinterher geschmettert. Mit blutigen Fingern von der Tour, einem Lächeln im Gesicht und „Karat“ verabschiedeten sich Chris, David und Frank von der Hamburger Gemeinde.

Herr im Himmel, war das eine Party! Ich habe mich tagelang auf dieses Ereignis gefreut und wurde nicht enttäuscht. Wer die Chance dazu hat Fjørt live zu sehen, sollte sich diese nicht entgehen lassen – ihr werdet nicht enttäuscht sein!

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