Kommen wir zum wohl ländlichsten Konzertbericht, den ich je geschrieben habe. Kollege Charles hat zwar schon die ein oder andere Band in dem ein oder anderen Laden (nicht der Laden) in Cuxhaven fotografiert, für mich war es aber das erste Mal, dass mich ein Konzert abseits des Deichbrand Festivals in Richtung Heimat gezogen hat.

Ganz bis Cuxhaven hat die Fahrt von Hamburg aus zwar nicht gereicht, denn der diestägige Place-to-be war in Cadenberge, in Kreisen auch als Kumbarg bekannt, stationiert. Nur wenige Felder und Höfe von Hemmoor entfernt, der Heimat von Thees Uhlmann.

Um Geld für die Kinder- und Jugendförderung Hülquist zu sammeln, spielte der Mitbegründer des Grand Hotel van Cleefs neben dem abendlichen Konzert noch ein weiteres Set am Nachmittag. Für letzteres habe ich es auch geschafft Karten zu bekommen und dann wurde eben schnell ein Familienevent draus gemacht.

Super. Drei Absätze hab‘ ich schon mal für den Bericht über ein Konzert, von dem ich leider über die Hälfte verpasst habe. Wie was? Ja genau. In der Regel braucht der Metronom für die Strecke Hamburg-Harburg bis Cadenberge eine grobe Stunde. Mit über 60 Minuten Verspätung kamen wir dann leider erst in der Location Bei Calle an, als Thees schon in vollem Gang war. Er erzählte gerade von seinem Kollegen Olli Schulz und stimmte dann direkt mit „Sommer in der Stadt“ an, ein Song, der mir mit seinem Refrain jedes Mal erneut unter die Haut geht.

Bin ich ja eigentlich kein Fan von, aber dieses Foto musste sein.

In heute nur noch selten gesehener, gemütlicher Atmosphäre kam Thees Uhlmann bei seinem Heimspiel an einigen Anekdoten um heimische Imbissbuden nicht vorbei und sang weiter Lieder über Zuhause, das Meer und die B73. Auch an sein erstes Treffen mit Campino erinnert sich der mittlerweile auch als Autor zu bezeichnende Künstler zurück und spielte prompt ein „Liebeslied“ von Die Toten Hosen.

Danach noch zwei-drei Titel und dann war das Nachmittagskonzert des ex-Tomte-Frontmanns (lest hier etwas über die neue Musik von ebenfalls ex-Tomter St.Emmi) schon vorbei. Nach Gesprächen mit Gästen die von Anfang an dabei sein konnten ärgere ich mich natürlich darüber Songs wie „Zugvögel“ verpasst zu haben, freue mich im Nachhinein aber doch über den Gig und die Benefiz-Aktion. Die Vorfreude auf ein neues Album samt Tour ist natürlich auch gestiegen.

Ob nun Berlin, Hamburg oder Hemmoor, es ist gut zu wissen dass es noch Leute gibt, die noch wissen wo ihre Wurzeln sind. Und genau das verkörpert Thees Uhlmann mit seiner sympathischen Art. Danke!

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