Will Varley live in Hamburg

Will Varley stand erst alleine auf der Bühne, später mit Band.

24°C und bester Sonnenschein in Hamburg-Altona. Fast schade eigentlich, diesen Abend in einem kleinen Schuppen in der Barnestraße zu verbringen. Allerdings ist das nicht irgendein Laden der mit seiner Buchung von Will Varley unser Interesse auf sich zog, sondern weist der Monkeys Music Club eine treue Stammkundschaft auf und konnte vor einigen Jahren den Club Award Hamburg mit nach Hause nehmen.

Aber wieder zurück, denn um 19 Uhr sollte der Einlass für das Konzert von Will Varley beginnen, welcher sich allerdings noch um eine gute Dreiviertelstunde nach hinten verlagerte. Schade, denn der Innenhof lädt wahrlich nicht dazu ein, sich dort länger aufzuhalten. Da hätte man doch lieber schon an der Theke gesessen und sich mit einem gezapftem Guinness auf den Abend eingestimmt. Damit verbrachten wir dann jedenfalls die ersten 20 Minuten in der Venue, als dann auch schon Séan McGowan den Abend eröffnete. Er stellte direkt unter Beweis wie strapazierfähig Gitarrensaiten heutzutage sein können und von dem was er erzählte hat man dank seines südenglischen Akzents auch nur die Hälfte verstanden, was seinem Auftritt aber auch nichts abtat.

Will Varley live in Hamburg

Nach dem Set des Songwriters aus Southampton dauerte es auch nicht lange, bis Will Varley seinen Weg auf die Bühne fand. Und gleich stellte man fest: der Kerl hat Ausstrahlung! Die ersten drei Songs legte er dann in geübter Pub-Manier ganz alleine auf den Tisch, bis seine Band ihm dann ins Bühnenlicht folgte und kurz darauf zu „All Those Stars“, eine Single vom aktuellen Album Spirit of Minnie, anstimmte. Direkt verbreitete sich eine eher kuschligere Stimmung, die dann auch den Rest des Abends weitestgehend anhielt. Mehr als heiter zur Musik zu wippen war nämlich nicht drin. Das hat haben die Songs und deren Arrangements leider nicht hergegeben.

Auch wenn das Konzert nicht ausverkauft war, der Bereich zwischen Bühne und Bar war gut gefüllt und obwohl Will Varley zwar häufiger betonte wie toll das Hamburger Publikum doch ist, hatte ich nicht das Gefühl dass es eines seiner besten Konzerte gewesen ist. Aber gut, manchmal sagt man den Leuten eben auch nur das was sie hören wollen – und alle bekamen, wofür sie gekommen waren. Ein Abend gespickt mit zerreißend schön geschriebenen Songs, so war zum Beispiel der Titel „King for a King“ Teil einer seinen beiden Zugaben.

Nach diesem Abend war ich mir jedenfalls sicher, Will Varley ist mit seinem Auftreten und seiner Musik ein Paradebeispiel für einen talentierten Liedermacher aus London.