Ich erzähle euch mal eine kleine Geschichte. 1988 gründeten John Garcia, Josh Homme, Nick Oliveri und Brant Bjork die Band Kyuss im karlifornischen Palm Desert. Später sollte diese Band mal eben ein gesamtes Musik-Genre begründen und prägen, den Anti-Mainstream wiederholt pushen. 1995 trennte sich diese Band dann. Garcia stürzte sich in verschiedenste Projekte, Bjork gründete die Band Fu Manchu und Homme wurde als Sänger und Gitarrist der Queens Of The Stone Age erfolgreich, bei der auch Oliveri als Bassist spielte – bis er anfing Frauen zu verkloppen und aus der Band geworfen wurde. Lange Rede, kurzer Sinn: Kyuss waren und sind immer noch eine legendäre Band, die eine gesamte Musikrichtung geprägt haben und viele nachfolgende Bands beeinflussten.

Anno 2011 gaben Garcia, Bjork und Oliveri dann bekannt, dass die Band als Kyuss Lives! wieder zusammen spielen und auf Tour gehen wird, untersützt von Bruno Fevery an der Gitarre – nicht Josh Homme. In dieser Formation tourt die Band nun wieder, bald soll dann ein neues Studioalbum folgen. Zuletzt hatte die Band übrigens einen Auftritt bei Fuel TV, wo sie Hurricane aus dem 95’er Album …And The Circus Leaves Town performten. Dabei zeigen die drei alten Hasen und Fevery (ich trenne hier bewusst – weiterlesen) durchaus, dass sie es immer noch können (was ich auch eigentlich nie anzweifelte) – wenngleich das Ganze live auf der Bühne sicher nochmal um einiges besser rüberkommen wird – und Oliver hat immer noch eine Präsenz, wie ich sie bei einem Basser selten gesehen habe. Der Auftritt lies mich aber wieder einmal über die Reunion nachdenken.

[via Consequence of Sound]

Obwohl Kyuss immer noch sehr gut sind kann ich mich einfach nicht mit dieser Reunion anfreunden. Homme hat mal begründet, wieso er bei einer Reunion nicht dabei wäre. Ich zitiere das einfach mal:

I don’t really care about the money, I never have. That’s not what Kyuss was about, so to punctuate the end of our sentence with that would be blasphemy. […] Kyuss has such a great history that it would be a total error… I’m too proud of it to rub my dick on it.

[via Consequence of Sound]

Kyuss Lives! - Band-Reunion mit fadem Beigeschmack

Eigentlich kann ich dem nicht mehr viel hinzufügen. Für mich riecht – nein, stinkt es geradezu danach, dass die Leute da einfach mal ein bisschen Geld brauchten, weil deren aktuelle Projekte einfach nicht laufen wollen, was mich echt in ihrer Integrität enttäuscht. Die Legende Kyuss nun quasi auszuschlachten fühlt sich für mich einfach falsch an. Kyuss war nie Mainstream, nie dem Geld nach gerichtet. Genau das hat sich jetzt geändert. Man könnte es ein wenig mit Michael Schuhmacher vergleichen, der als Legende ging und nun wiederkam. Man merkt ihm an, dass er es immer noch drauf hat, trotzdem ist es offensichtlich, dass er seinen Stern selbst zu Grabe trägt.

Außerdem ist es diese Reunion als solches meiner Meinung nach eine Farce, da sie ohne Homme stattfindet. Er hat den Stoner Rock mit seinen Gitarrensounds wahrscheinlich geprägt wie kein Anderer und ihn jetzt gezwungenermaßen durch Fevery zu ersetzen ist für mich ein wenig lächerlich. Er wirkt auf mich überhaupt auch ein ganzes Stück wie das fünfte Rad am Wagen – eben dadurch, dass er früher nicht dabei war.

Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine und worauf ich hinaus will. Wie seht ihr diese in der Mode liegenden Reunions? Seid ihr froh darüber, dass sich frühere gute Bands wieder zusammen tun und ihre Songs zum Besten geben oder wäre es eurer Meinung nach besser gewesen, wenn man so etwas einfach in Ruhe lässt?