Vier Jahre ist es her, dass das erste Mal eine Veröffentlichung mit dem Logo des D.I.Y.-Labels Last Exit Music auf den Markt geworfen wurde. Wobei, was heißt hier Markt – beim Saturn stand das damalige Album der Band In The Event Of Fire sicherlich nicht! D.I.Y. ist hier nämlich nicht als werbliches Füllwort zu verstehen, wie es sich heute manch eine Baumarktkette und dergleichen auf die Fahne schreibt und diese Abkürzung damit zur blutleeren Floskel verkommen lasst. Herzblut steckt aber tatsächlich drin in Last Exit Music:

lemLabelgründer Andreas steckt von der Planung bis zum Vertrieb seiner Releases in jeden Arbeitsschritt eigenes Hirn und Kraft, um sein Liebhaberprojekt am laufen zu halten.

Dank dieser Vorgehensweise brachte er in seinem hauseigenen Webshop bereits deutsche Szenehelden wie Tigeryouth und KMPFSPRT, aber auch internationale Acts wie Dennis Lyxzens Invasionen an den geneigten Tapehörer. Dass dieser spezielle Tonträger kein außerordentlich boomender Geschäftszweig ist, wird jedem klar sein, und doch gehört besonders bei Genrevertretern von Punk, Hardcore und Artverwandten die gute, alte MC bis heute nicht der Vergangenheit an, sondern zum guten Ton!

Ob dieser gute Ton, der der Musikkassette nachgesagt wird, wirklich ein ausschlaggebendes Kriterium ist, was das mit den Tapes überhaupt soll und wie es damit weitergehen wird, dazu durften wir Andreas einige Fragen stellen.


Was waren die ausschlaggebenden Gründe, dich mit deinen Labels speziell auf Tapes zu konzentrieren?

Das kam eher aus der Not heraus, da Vinylproduktionen oftmals sehr teuer sind. CDs sind eher uncool heutzutage, daher war der Schritt, auf Tapes zu setzen, schnell gemacht. Außerdem kann ich Tapes in jeder Auflage produzieren, ob jetzt 2 oder 100.

Wie D.I.Y. sind Last Exit Music und co. tatsächlich? Welche Parts der Tape-Releases übernimmst du selber?

Zuerst muss das Design, welches meist nur für CD/LP vorliegt, auf die Tapemaße angepasst werden. Das machen meistens Philipp oder Marcus, zudem machen die beiden meistens noch die Direktaufdruckdateien mit. Kopieren kann ich die zu Hause selbst, meistens mit Hilfe von Marc. Dann wird gefaltet, bedruckt, kopiert und verpackt.

Mal ehrlich: Gibt es wirklich so große Unterschiede zwischen den Ferro- und Chrom-Bändern und so weiter? Manche machen ja eine Wissenschaft daraus! Kommt es dir auf solche Details bei deinen Releases an?

Der Unterschied ist ganz einfach: Unsere Kopiergeräte kopieren nur Ferrokassetten – Warum das so ist, wissen wir bis heute leider auch nicht!

Du hast bereits recht namhafte deutsche Künstler wie Egotronic oder Love A veröffentlicht. Reagieren die Bands und Labels alle so positiv auf deine Vorschläge, sie auf Tape rauszubringen, oder triffst du da auch auf Unverständnis?

Bei Bands / Künstlern aus Deutschland hab ich eigentlich fast alles umsetzen können, wofür ich angefragt habe, problematisch wurde es meistens bei US oder UK Bands. Die sind da schwerer zu begeistern irgendwie.

Wenn du dir einen Interpreten aussuchen könntest: Für wen möchtest du unbedingt einmal eine Tape-Veröffentlichung übernehmen?

Das wäre dann das nächste Blink 182 Album. Aber ich werde da wohl noch ein bisschen Träumen müssen. Ansonsten bin ich froh, wenn ich 90% „meiner“ Bands weiterhin veröffentlichen kann.

Wie schätzst du die Zukunft der Kassette ein? Wird es einen Hype ähnlich wie beim Vinyl geben, oder bleibt das Tape ein Nischenprodukt?

Der MC Hype ist glaube ich schon wieder längst vorbei. Als ich 2011 mit Tapes angefangen hab, gab es die an jeder Ecke, das ist aber leider schnell wieder abgeebbt. Insofern denke ich eher, dass es weiterhin ein Nischendasein fristen wird, aber definitiv mit Berechtigung!

Last Exit Music Webshop

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