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Stellt euch vor, ihr sitzt mit einer neunköpfigen Band, deren Manager, Sound- und Lichtmann Backstage und dürft ein Interview machen. Genau das ist mir auf dem Rock den Lukas passiert und ihr könnt euch sicher ausmalen, dass es dort drunter und drüber ging.

Le Fly gibt es bereits seit 2005, entstanden ist das Projekt aus einem Zusammenschluss von zwei Bands, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kamen. Daraus hat sich der typische Le-Fly-Sound entwickelt: Eine Mischung aus Rap, Rock, Reggae und Ska. Die Jungs sind durchweg aus Hamburg, genauer gesagt aus St. Pauli und ihre Spitznamen lassen keine Zweifel offen, dass sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen.

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Habt ihr tatsächlich drei Peters in eurer Band?

Vier sogar mittlerweile, die ganzen Bläser tatsächlich – „TromPeters“ halt. Es weiß aber immer jeder wer gemeint ist.

Und wie kommt es zu den anderen eigenartigen Spitznamen, wie beispielsweise „Schmiddlfinga“, „Hampi“ und „Robsi“?

Wer ist denn Robsi?

Oder Robaeng oder so, überall steht etwas anderes.

Früher Robaeng, jetzt aber OMA.

Und wie kommt man jetzt auf solche Spitznamen?

Hiermit! [Es stehen einige Spirituosen auf dem Tisch… und so]. Das entsteht eigentlich alles so aus’m Band-/Trash-Talk.

Kurze Anekdote: Rosi fragt mich auf einmal, ob ich öfter im Roschinskys bin und ist sich sicher, mir das ein oder andere Mal schon einen Schnaps verkauft zu haben. Recht hat er, Hamburg ist einfach ein Dorf!

OMA hat 2014 in einem Interview gesagt, dass ihr noch eine kleine, süße Band seid.

Das stimmt nicht.

Wie, das stimmt nicht? Ich glaube, es ging um euren Bekanntheitsgrad, besonders im Süden des Landes, hat sich das geändert?

Wenn man Richtung Süden fährt, wird es auf jeden Fall weniger, aber wir waren jetzt gerade letztes Wochenende ganz im Süden, ich glaub, das war das aller südlichste überhaupt wo wir jemals waren. In Weizen auf dem Querbeat Festival.

„Da hatte von 200 Leuten immerhin einer ein Le-Fly-T-Shirt an, die Stimmung war aber trotzdem sehr gut.”

Also man merkt schon, dass es klein aber fein anzieht und es immer ein bisschen mehr wird. Zum Beispiel unsere Herbst-Tour letztes Jahr in Bayreuth oder Erlangen, so etwas hätte man vor zwei, drei Jahren nicht machen können und jetzt funktioniert es da auch schon besser, weil wir in der Region vorher Festivals bespielen durften. Wir versuchen halt überall, wo wir gespielt haben, zeitnah wieder zu kommen, um in der jeweiligen Region das folgende Konzert bzw. die Party immer ein bisschen zu vergrößern. Im Süden sind es halt kleine Fortschritte, aber es geht voran!

Normalerweise bekommt man als Band ja relativ schnell einen Stempel aufgedrückt, bei euch gibt es das allerdings nicht. Findet ihr das doof oder ist das eher von Vorteil?

Im Prinzip haben wir den kleinen wurstgrauen Partyband-Stempel, aber wenn es um ein bestimmtes Musik-Genre geht, ist es schwieriger, uns in eine Schublade zu stecken. Finden wir allerdings gut, da wir alle aus verschiedenen Ecken kommen und das in unsere Musik mit einfließen lassen können. Aber die großen Plattenlabels fänden es wohl einfacher, wenn es eine bestimmte musikalische und stilistische Schublade gäbe. Wir empfinden es eher als Bereicherung vielseitig zu sein.

Ihr habt ein eigenes Label namens „St. Pauli Tanzmusik“ gegründet, seid ihr die einzige Band auf dem Label?

Ja, wir sind tatsächlich die einzige Band. Wir haben bisher halt alles selbst gemacht. Um 2013 eine eigene Platte zu veröffentlichen, gründeten wir 2012 unser eigenes Label namens „St. Pauli Tanzmusik“. Für unsere kommende Platte checken wir aber aber auch gerade ab, ob es attraktive Partner gibt, die mit uns zusammen arbeiten wollen. Falls sich nichts ergibt, würden wir auch wieder über unser eigenes Label releasen.

Le Fly auf dem Rock den Lukas

Le Fly auf dem Rock den Lukas

Würdet ihr euch mit einer Band vergleichen?

Nein, wir sind natürlich einzigartig! Oder ähnlich wie Liedfett, nur schlanker.

Aber ist Liedfett nicht eher wie ihr? [So zieht man Bands auf seine Seite!]

So kann man das auch sagen!

Ihr seid ja, besonders auf der Bühne, alle so Gute-Laune-Menschen, ihr werdet aber doch sicher auch mal schlecht Laune haben.

NEIN!

Und wenn man mit so vielen Menschen unterwegs ist, nervt ihr euch dann nicht auch mal gegenseitig?

Wenn der eine genervt ist, geht man halt zum anderen, bis der genervt ist. Aber es ist wunderschön mit so vielen, ein bisschen wie Klassenfahrt früher. Wir sind eigentlich immer gut drauf, morgens dauert es halt ein bisschen länger.

Ihr spielt sehr gerne mit eurem Publikum. Hände links, Hände rechts, eigentlich kann man ja alles machen, kommt man da in Versuchung das Publikum zu verarschen?

Du meinst so zirkusmäßig, nä? Es machen halt schon mehr mit als man denkt, so ein bisschen Robinson-Club-mäßig.

In eurem Song „Freitag Abend“ geht es um Yuppies in der Schanze vor der Katze [Kneipe in HH]. Da ihr ja Hamburger seid, was haltet ihr von der Schanze?

„Also ich sag mal so, es fühlt sich an wie Gott!”

Es ist halt mega überfüllt. Selber gehen wir auch gar nicht so viel weg in der Schanze, höchstens mal in die „Mutter“, da kann man eigentlich immer gut rumlungern. Dort sind viele Musiker und es ist ne Raucherkneipe. Dabei wohnen sieben Leute von uns in der Schanze. Aber schreib mal rein, dass wir gerne in die Katze gehen, dann machen wir aus der Katze jetzt so einen Laden, zu dem richtige Menschen hingehen!

Ihr habt letztes Jahr angekündigt, dass ihr ein neues Album herausbringen wollt, wir warten…

Nächstes Jahr!

Das habt ihr letztes Jahr auch gesagt.

Genaues Datum weiß man nicht, aber nächstes Jahr. Wir sind sozusagen in der heißen Phase, schon sehr weit und haben auch schon alles eingespielt – klingt auch schon sehr schön. Live spielen wir auch bereits ein paar neue Songs.

Ihr seid ja jetzt schon lange dabei, was ist euer Plan, wo wollt ihr noch hin?

Darmstadt wäre geil! Oder nach Rio…

Le Fly im Interview mit Jasmin

Le Fly im Interview mit Jasmin

Okay, ich formuliere anders. Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Mit Liedfett auf Tropical Island! OMA hat das auch mal sehr schön formuliert. Er sieht uns in zehn Jahren immer noch als Maurer im Tiefbaugeschäft.


Vielen Dank, dass ihr mich so herzlich empfangen habt. Es war wie immer ein Fest mit euch!

Wer die Jungs live erleben möchte, sollte sich ranhalten. Für das Jahresabschlusskonzert am 17.12. im Mojo Club gibt es nicht mehr viele Tickets. Lasst euch diese Sause nicht entgehen!

Le Fly auf dem Rock den Lukas 2016

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