Foto: Robin Hinsch

Erst sind sie jahrelang die Band ohne Album und dann geht plötzlich doch alles so ganz schnell. Im Februar veröffentlichten sie ihr selbstbetiteltes Debütalbum, anschließend folgten zwei ausgedehnte Club-Tourneen und ein massiver Festival-Sommer. Eine Pause gönnt sich das Quintett aber freilich nicht und so gibt es nun schon das zweite Album „Again“, das am 26. Oktober veröffentlicht wird.

Der Titel lässt sich dabei passenderweise mehrfach deuten. Einerseits natürlich, weil sie es doch schon jetzt wieder getan haben und ein Album veröffentlichen; andererseits gibt es einen deutlichen Hinweis auf das, was einen musikalisch erwartet. Große Veränderungen in Ausrichtung, Idee und/oder Sound darf man vom Neuling nicht erwarten. Die Formel, die die Kieler mit ihrem Debüt erfolgreich ausgearbeitet haben, bleibt weitgehend unangetastet und wird nur in Nuancen erweitert.

Das wiederum muss grundsätzlich nichts schlechtes sein, so lange die Songs und das Album als Ganzes überzeugen können. Eine Unterfangen, das in diesem Fall glücklicherweise gelingt. Der dynamische, detailverliebte und tanzbare Indie-Sound der Leoniden ist von vornherein eigenständig genug, um auch ein zweites Album unbeschadet zu überstehen. „River“ und „Colorless“ ziehen einen schön mit, „Why“ ist in seiner Eingängigkeit schön vielschichtig und „Alone“ kokettiert frech mit Pop-Attitüde und ist wohl die größte Erweiterung des musikalischen Repertoires.

Die zehn neuen Songs zeichnet insbesondere aus, dass sie sich reibungslos auf die Konzertbühne übertragen lassen und dort schön neben die älteren Stücke einreihen. Die clevere Ekstase der Leoniden sprüht an vielen Ecken heraus und ist ein tragender Faktor des kompletten Albums. Diese Musik gehört auf die Bühne und das noch viel stärker, als es beim Debüt ohnehin schon der Fall war.

„Again“ ist in fast jeder Hinsicht ein gutes Album und viele Bands wären wahrscheinlich ziemlich froh über ein derartiges Release in der eigenen Diskographie. Die größte Stärke der Band schadet dem Neuling ironischerweise allerdings gleichzeitig auch ein wenig. Das selbstbetitelte Debüt lebte auch von der Wucht des Wow-Faktors, den sie mit ihrer modernen und zeitgemäßen Idee ihrer Musik verursachten. Dieser wiederum ist nun weitgehend abgeflacht – inzwischen wir kennen den Sound der Band.

Während „Again“ dies noch weitgehend problemlos übersteht, weil die Leoniden eben wirklich eigenständige Musik produzieren, kommt im nächsten Moment bereits der kleine Wunsch auf, dass die Gruppe beim dritten Album etwas mehr wagt. Man kommt nämlich nicht drumherum zu denken, dass in dem, was sie machen, noch viel mehr stecken kann – und das wiederum ist irgendwie auch schon wieder ein schöner Gedanke für die Zukunft.

Leoniden: „Kids Will Unite“-Tour 2018

  • 01.11. – DE: Bremen, Tower
  • 02.11. – DE: Göttingen, Musa
  • 03.11. – DE: Münster, Sputnikhalle
  • 07.11. – DE: Hamburg, Knust
  • 08.11. – DE: Berlin, Lido
  • 09.11. – DE: Leipzig, Naumanns
  • 10.11. – DE: Chemnitz, Atomino
  • 12.11. – AT: Wien, B72
  • 14.11. – AT: Graz, Forum Stadtpark
  • 15.11. – AT: Salzburg, Rockhouse
  • 16.11. – AT: Linz, Posthof
  • 20.11. – DE: Augsburg, Kantine
  • 21.11. – CH: Zürich, Exil
  • 22.11. – CH: Bern, Rössli
  • 24.11. – DE: Freiburg, ArTik
  • 25.11. – DE: Heidelberg, Halle 02
  • 27.11. – DE: Stuttgart, ClubCann
  • 28.11. – LUX: Luxemburg, Rotondes
  • 29.11. – DE: Wiesbaden, Schlachthof
  • 04.12. – DE: Aachen, Musikbunker
  • 05.12. – DE: Köln, Gebäude 9
  • 06.12. – DE: Oberhausen, Druckluft
  • 07.12. – DE: Hannover, Musikzentrum
  • 08.12. – DE: Rostock, Peter-Weiss-Haus
  • 14.12. – DE: Kiel, Max

Leoniden: „Kids Will Unite“-Tour 2019

  • 05.02. – DE: Köln, Gloria
  • 06.02. – DE: Koblenz, Circus Maximus
  • 07.02. – DE: Saarbrücken, Kleiner Klub
  • 08.02. – DE: Tübingen, Sudhaus
  • 09.02. – DE: Offenbach, Hafen 2
  • 11.02. – DE: Würzburg, Cairo
  • 14.02. – DE: Berlin, SO36
  • 15.02. – DE: Leipzig, Conne Island
  • 16.02. – DE: Dresden, Beatpol
  • 20.02. – DE: Regensburg, Alte Mälzerei
  • 21.02. – DE: Ulm, Cabaret Eden
  • 22.02. – AT: Innsbruck, p.m.k.
  • 26.02. – DE: Konstanz, Kulturladen
  • 27.02. – CH: Baden, Werkk
  • 28.02. – CH: Basel, Sommercasino
  • 01.03. – DE: Karlsruhe, Substage
  • 02.03. – DE: Jena, Kassablanca
  • 05.03. – DE: Dortmund, FZW
  • 06.03. – DE: Oldenburg, Amadeus
  • 07.03. – DE: Bielefeld, Forum
  • 08.03. – DE: Hamburg, Uebeln & Gefährlich
  • 12.-13.04. – DE: Osnabrück, Popsalon Festival