Leoniden 04

Nachdem die Leoniden zuletzt ihre neue EP „Two Peace Signs“ veröffentlichten (hier meine Rezension), war ich am 13.04. in der ausverkauften Molotow Skybar, um mir Lirr. und Leoniden anzugucken. Um genau zu sein, war das wohl das erste Indie-Konzert, das ich freiwillig besucht habe. Als ein Mensch, der normalerweise lieber von seiner Musik angeschrien wird, war das schon ein ziemlich großer Schritt. Doch ich sollte nicht enttäuscht werden.

Eingeläutet wird der Abend durch Lirr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik konnten die Jungs dann auch voll durchstarten. Das Set war instrumental geprägt, was sich auch durchaus gut hören ließ. Die wenigen Text-Passagen wurden in einer sehr heiser-brüchigen Stimme präsentiert. Insgesamt konnte ich mich irgendwie nicht so richtig mit der Band anfreunden. Aber gut, das ist Geschmackssache.

Leoniden 01

Leoniden drehen das Molotow auf links

Nach Lirr. und einer kurzen Umbaupause waren dann Leoniden am Start. Die vor kurzem veröffentlichte EP „Two Peace Signs“ hatte mir schon den ein oder anderen hartnäckigen Ohrwurm verpasst und somit war ich umso gespannter wie sich das ganze so Live anhören würde. Als die Bühne dann mit Instrumenten soweit ausgerüstet wurde, dass die Band selber kaum noch Platz auf der Bühne hatte, konnte es endlich los gehen.

Leoniden 03

Ab dem ersten Song „Storm“ war der komplette Club am Ausrasten. Niemand konnte bei der geballten Energie, die dort auf der Bühne präsentiert wurde, still stehen. Ein Lied nach dem anderen wurde ohne Pause gespielt.

Dabei hat sich die komplette Band vollkommen verausgabt und ist auf und vor der Bühne hin und hergesprungen, wie ich es selten gesehen habe. Der Gitarrist trug seine Gitarre gefühlt mehr auf dem Kopf mit sich herum, als dass er wirklich darauf spielte. Gegen Ende des Konzertes bevorzugte er es auch auf dem Merchstand zu spielen, anstatt auf der Bühne. Der Sänger hüpfte wie ein Gummiball im Club auf und ab.

Leoniden 02

Allgemein sah das, was da auf der Bühne abging, aus wie ein heilloses Durcheinander aus. Dabei saß aber jeder Ton auf den Punkt genau. Musikalisch war der Auftritt nahezu perfekt. Ich war wirklich beeindruckt, wie Leoniden es geschafft haben, den sowieso schon genialen Sound der EP, live noch besser rüber zu bringen.

Um ehrlich zu sein war das Konzert nicht so wie ich es erwartet hatte: Es war tausendmal geiler! Die Stimmung war grandios, alle haben getanzt und die Musik war wirklich eine Freude für meine Ohren. Selten hatte ich so viel Spaß eine Band auf der Bühne zuzugucken.

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