Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Unermüdlich spielen sich die Leoniden 2017 den Arsch ab: Zwei Club-Tourneen, dazu eine ausgedehnte Festival-Saison mit über 40 Auftritten (teilweise sogar zwei pro Tag); wenn eine Band sich den Arsch abspielt, dann ist es die Kieler Formation! Da passt es regelrecht wie die Faust aufs Auge, dass sie sich nicht einmal an Silvester zurücklehnen. Stattdessen spielen sie ca. 30 Minuten nach Beginn des neuen Jahres im Rahmen der „Entern & Kentern“-Party auf der Hamburger MS Stubniz.

Die Party vor dem Konzert: Kein Kommentar. Die Party nach dem Konzert: Kein Kommentar. Das Konzert dazwischen: Große Klasse! Energiegeladen ohne Ende, ohne Pause, ohne Gefangene. Das Set startet, wie üblich, mit „Storm“. Leoniden-Konzertbesucher wissen bei den ersten Tönen schon, dass man sich nun auf eine Schlittenfahrt sondergleichen einstellen kann.

Heraus sticht natürlich abermals die Performance von „1990“, bei der jede/r der Anwesenden im Konzertraum alles herauslässt. Auch die erste Album-Single „Nevermind“ beeindruckt durch den praxiserprobten Chorus-Singalong der Crowd auf engem Raum. Gemütlich ist es im Konzertraum der MS Stubniz allemal nicht. Der Aufbau vor der Bühne ist gewöhnungsbedürftig mit den beiden großen freien Plätzen links und rechts zur Mitte. Der Atmosphäre tut das aber keinen Abbruch.

Die Leoniden setzen über den gesamten Auftritt hinweg ihre unverkennbare Live-Energie frei und sorgten so für den bestmöglichen Einstieg ins Jahr 2018. Das, was hier vor sich ging, war besser, als jede schnöde Silvester-Party, für die man ungerechtfertigterweise mit halben Königreichen bezahlt. Auf der MS Stubniz bekam man so für jenes halbe Königreich immerhin ein denkwürdiges erstes Konzert und das alleine ist an einer eigentlich so nervigen Nacht, wie der des Jahreswechsels, eine ganze Menge wert.

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