Directed by HARRYS (Harry Israelson & Harry Schleif), 2014.

Tanzen über Distanzen: der Kopf hinter Toro Y Moi bietet Nachhilfe an.

Ich steh auf leere Straßen, mag meine Ampeln ausgeschaltet und den Wind gern draußen, weit weg von mir. Doch wie weit? Bis nach Kiel? England? Eins ist sicher: schick ich ihn in die Vereinigten Staaten, trifft er mit ziemlicher Sicherheit auf einen Breezy Geezer. Die aufblasbaren Freunde sind nicht etwa nur in Katy Perrys “Hot n’ Cold” Musikvideo zu bestaunen, sondern salutieren häufig auch auf dem Gelände der fast 17.000 Autohändler in den USA. Eine Zahl, welche sich seit 1950 im stetigen Rückgang befindet. Eine knallharte Industrie. Breezy Geezer sollen an der Front für Aufmerksamkeit sorgen.

Dem Regieduo um Harry Israelson & Harry Schleif ist das viel zu wenig. Im Video zu “Bother” von Les Sins lassen die HARRYS sprichwörtlich die Puppen tanzen und präsentieren uns den Breezy Geezer von seiner rhytmischen Seite. Das funktioniert auch wunderbar. Beim Basketballspielen muss unser Breezy der Marke Les Sins hingegen noch ein wenig üben. Nobodys perfect.

Les Sins ist das Danceprojekt von Chaz Bundick, besser bekannt als Toro Y Moi, welches mit “Bother” seinen Startschuss feiert. Das erste Album “Michael” ist bereits am 4. November über Company Records erschienen. Die entspannteren Klänge Toro Y Mois lässt der Amerikaner nun zwar zuhause, aus der Erfahrung schöpft er jedoch reichlich. So ist die Entstehung des “Bother” Clips alles Andere als ein Zufall. Die HARRYS und Chaz haben sich im Laufe des letzten Langspielers “Anything in Return” von Toro Y Moi kennengelernt. Das Regieduo verantwortete die Clips zu den Singles “Say That” und “So Many Details”.

Mit Les Sins möchte es sich Bundick nun nicht mehr allzu einfach machen. Der Musiker aus South Carolina zieht sich bewusst aus bequemeren Sphären zurück, wie er XLR8R verriert: “With Les Sins, [that was when] I started to get out of the habit of using soft synths. I try to program differently too. I sample drums differently, try to make [the music] weirder. I don’t want to do that French thing any more. [My] newer stuff, it’s definitely darker and more groovy than just four on the floor. (…) With Les Sins, I’m not afraid to do some dark stuff or just completely alienate a crowd. With Toro Y Moi, I definitely want to keep that pop element in there. With Les Sins, I’m comfortable with making a seven-minute dance track, and [making it for people who understand] that’s how dance tracks work. – Chaz Bundick, XLR8R (2013).

Sein letzter europäischer Auftritt geht zurück bis zum Oktober 2013. Für einen gefragten Künstler wie Bundick eine lange Zeit. Noch sind keine Auftritte für 2014 geplant, jedoch lohnt es sich regelmäßig seine Tourdaten zu überprüfen oder einen Blick auf seine Facebook-Seite zu werfen. Wer sich gern noch ein Bild über Bundicks Live-Qualitäten machen möchte, dem sei der folgende Auftritt Toro Y Mois beim Radiosender KEXP ans Herz gelegt. Im übrigen nur einer von vielen tollen Gigs die bei KEXP zu finden sind.

Falls ihr Euch ein wenig gewundert habt: dieser Artikel wurde bereits vor zwei Monaten verfasst und wird nun im Zuge des Relaunchs nachgereicht.

Und sonst?
HARRYS: Das Regieduo pflegte schon häufiger zu überzeugen. Nun überzeugt Euch.
XLR8R: Chaz Bundick in einem aufschlussreichen Interview über sein Schaffen aus dem Jahr 2013.
Chaz auf tumblr: Ein wenig eingeschlafen, für “Bother” geweckt – der tumblr-Blog des Künstlers.
Toro Y Moi: Die offizielle Website Bundicks mit aktuellen Tourdaten und Infos zu Les Sins und natürlich Toro Y Moi.
It’s Always Sunny in Philadelphia: Eine ähnliche Interpretation der Breezy Geezer seitens der Comedyshow.

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