Foto: Screenshot AMPYA

Foto: Screenshot AMPYA

Für mich war die Post-Hardcore-Band letlive. aus der famosen Stadt L.A. immer nur semi-präsent. Ich wusste schon, dass es sie gibt, aber so richtig gehört habe ich sie nie. Dass dieses ein großer Fehler war, bemerkte ich vor einigen Tagen. Warum? Das erkläre ich euch jetzt!

Aus Langeweile heraus geisterte ich Stunden um Stunden durch YouTube, um mir sämtliche Interviews anzugucken. Im Zuge dessen stieß ich auf die neu veröffentlichte Dokumentation von letlive. Da ich sowieso ein großer Fan von Dokus bin, klickte ohne jegliche Erwartungen drauf. Nach gut zehn Minuten war ich schlichtweg begeistert!

Dokumentiert wurde der Schaffungsprozess des Albums „If I’m The Devil…“, welches am 17.06. erschien. Klingt zunächst nicht sonderlich spannend und gibt es auch schon irgendwie hundert Mal. Dadurch, dass aber viel mit Interviews der Bandmitglieder und insbesondere des Sängers, der für die Lyrics verantwortlich ist, gearbeitet wurde, erhält man einen tiefen Einblick in die Situation der Band. Und gerade die scheint nicht sehr gut zu sein.

I do think that we are all in a very fragile place. We are all searching for something. Wether it was musically, statically, emotionally, personally whatever.  We are all looking for something and I think this journeys were taking us to different places but the destination was always “if I am the devil…”

Jason Aalon Alexander Butler

Um die Doku nicht voll mit sentimentalen Gelaber zu stopfen, werden immer wieder Konzertausschnitte gezeigt. Diese Sequenzen haben mich, um ehrlich zu sein, etwas sprachlos gemacht. Klar, Konzertausschnitte sieht man in jedem dritten Musikvideo, aber nicht so, wie sie hier verarbeitet wurden. Bei mir stellte sich einen permanente Gänsehaut ein und ich bekam den großen Wunsch mir sofort eine letlive.-Show anzusehen. Ich versuche mal in Worte zu fassen, was zu sehen ist: Eine Band die sich komplett verausgabt, durch die Luft wirbelnde Instrumente, Fans auf und vor der Bühne, emotionsgeladene Crowds. Das beschreibt es nicht mal ansatzweise. Guckt es euch selber an!

Das Album wird aus einer sehr persönlichen Sichtweise präsentiert. Alle Bandmitglieder zeigen, was es ihnen bedeutet und wie viel der eigenen Gefühle hier im Spiel sind. Gerade der Sänger erzählt in einer sehr ergreifenden Weise, die einen immer wieder einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Das kombiniert mit den phänomenalen Konzertausschnitten zwingt einen praktisch dazu die Band fortan zu lieben.

People just didn’t get it how much this idea of art really did sort of serves as an excorsism of those things I wanted – i needed – to get out of me.

Jason Aalon Alexander Butler

Nach gut 30 Minuten ist das ganze Spektakel auch schon wieder vorbei. Und ich muss sagen: ich würde mir diese halbe Stunde noch hunderte weitere Male angucken. Das Album werde ich nun mit einem völlig anderen Gespür hören und bei der nächsten letlive.-Show werde ich garantiert auch anwesend sein!

Außerdem denke ich, dass diese Dokumentation viel über das Musikgenere im allgemeinen aufklärt. Post-Hardcore und ähnliche Musikrichtungen kämpfen oftmals noch mit dem Klischee inhaltslosen Krach zu verbreiten. In dieser Doku wird sehr deutlich, dass dieses nicht unbedingt der Fall sein muss (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen). Deswegen würde ich auch den Menschen, die diese Musik nicht hören, den Kurzfilmen ans Herz legen. Er ist eine Hommage an die Liebe zur Musik und verdeutlicht ihre große Bedeutung sowohl für die Band als auch für die Fans. Eine absolute Empfehlung meinerseits!

Foto: Screenshot AMPYA

Foto: Screenshot AMPYA

[asa]B01DVD3PEK[/asa]