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Bereits am 16. September hat erstmalig die fritz-töne-Konzertreihe im Knust stattgefunden. Seit 2012 unterstützt fritz-töne lokale Musikgruppen und bot eben diesen Bands dieses Jahr zum ersten Mal die dazugehörige Bühne.

Die Eröffnung hat das Duo Schreng Schreng & La La übernommen. Die Aftershow-Sause wurde dann im Knust mit Eljot Quent gefeiert.
Den Haupt-Act an diesem Abend aber übernahmen Liedfett aus Hamburg, mit denen ich mich vor ihrem Auftritt auf ein Interview getroffen habe.

Liedfett sind Daniel „Sprinder“, Lucas, Philipp und Victor. Bereits seit 2007 musizieren Sprinder und Lucas zusammen, zwei Jahre später kam dann Philipp als Drummer dazu. Seit Neuestem ist nun auch Victor als Basser Teil der Liedfett-Familie und vervollständigt somit das Quartett.

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War bei euch schon von Anfang an klar, dass ihr Punk-Akustik machen wollt?

Sprinder: Wir haben uns zusammen gesetzt und eigentlich aus Spaß Mucke gemacht. Irgendwann waren wir auf einer Hausboot-Party, wo wir auch unseren jetzigen Mercher Andy kennengelernt haben. Da ist uns aufgefallen, dass Leute, die wir selbst sympathisch fanden, unsere Musik gut fanden. Dann haben wir beschlossen, dass wir das jetzt öfter machen und vielleicht auch mal auf einer größeren Bühne. Es gab eigentlich keinen besonderen Plan dahinter, dass wir jetzt ganz besonders schnell viel Erfolg und Geld kriegen.

Ihr geht jetzt auf „laufenlassen“-Tour und macht locker 35 Shows. Seid ihr lebensmüde?

„Musiker stellen sich ja auch immer an. Straßenmusiker machen manchmal zwei bis drei Konzerte am Tag und die beschweren sich auch nicht.“

Alle: JA!

Sprinder: Es ist ne Grenzerfahrung, auf jeden Fall! Aber wir sind ja sonst auch immer mit unserem Tour-Bus unterwegs, unserem Sprinter, und jetzt haben wir uns gedacht, wo wir mit so einem fetten Nightliner unterwegs sind, kann man auch einfach ein bisschen mehr Erholung haben und auch viel mehr Shows spielen.

Lucas: Wir kennen das ja schon ein bisschen. Ab dem ersten Jahr, wo Sprinder und ich uns zusammen getan haben, haben wir eigentlich schon sehr, sehr viele Konzerte die ganze Zeit gespielt. Eigentlich haben wir gelernt, Musik auf der Bühne zu machen und nicht im Proberaum.

Die haben aber sicher eine andere Intention dahinter, da sie ja Geld sammeln müssen oder wollen.

Lucas: Wir ja auch! (alle lachen)

Als Support-Act habt ihr Schmiddlfinga von LeFly dabei. Ihr seid ja allgemein sehr dicke mit den Jungs, wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Lucas: Das ging damals, glaub ich, tatsächlich über unser altes Management los. Das erste Mal sind wir denen bei der Veranstaltung „Kick HIV“ begegnet, so ein Fußball Turnier von B-Prominenten, die für Bildung für Afrika gesammelt haben. Da haben unsere beiden Bands zusammen gespielt. Ein paar Monate danach sind wir dann auch schon gemeinsam auf Tour gefahren.

Sprinder: Witzigerweise kenne ich Oma auch schon seit Ewigkeiten, wir waren damals zusammen auf dem gleichen Gymnasium und haben heimlich in der Pause gekifft, das weiß ich noch.

Ihr habt ja diese Schmierlappen-Gang. Erst mal möchte ich wissen, wie man Mitglied wird.

Lucas: Musst ein Schmierlappen sein, reicht!

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Wie definiert ihr denn einen Schmierlappen?

Sprinder: So einen schmierigen Lappen halt – verweichlicht, sensibel, schmierig.

Philipp: Ähnlich, wie so einen Lappen den man in der Küche hat, der aber schon seit vier Monaten da liegt und stinkt, man aber keinen zweiten hat und immer wieder mit dem Alten darüber muss. So definiere ich das zumindest.

Sprinder: Weißt Du, wie bei Studio Braun, dieser alte Hummer, der in den Honigpott rein fällt, den man dann in so einen alten Lappen eingewickelt hat. So stelle ich mir einen Schmierlappen ungefähr vor.

Und man kann auch Mitglied in unserer „Schmierlappenkommando“-WhatsApp-Gruppe werden. Man geht einfach auf unsere Seite liedfett.de und meldet sich da an.

Lucas: Da gibt’s ganz exklusives Zeug und Aktionen von uns.

Eure Videos sind ja durchweg der Kracher. Ihr habt schon mit einigen Regisseuren zusammen gearbeitet. Wie läuft das ab, schicken die euch ein Skript und ihr sucht das Beste aus?

Sprinder: Also meistens haben wir schon eine Grundidee, weil der Song ja schon da ist und da hat man dann oft schon Bilder im Kopf. Da ich ja auch so ein bisschen im Schauspielbereich tätig bin, kennt man viele Leute. Felix Wittich hat jetzt größtenteils die letzten Videos gemacht. Das ergibt sich alles so – so laufenlassen-mäßig eben: wenn’s läuft, dann läuft’s. Die Regisseure sind meistens einfach gute Bekannte oder Freunde von uns.

Bei eurem Video „Kommst Du mit“ sieht es so aus, als hättet ihr eine ordentliche Strecke zurückgelegt.

Lucas: Ach das war eigentlich gar nicht so weit. Das ging von Altona bis zum Elbstrand.

„Wir haben’s denen geklaut, das kann man einfach so sagen.“

Sprinder: Aber wir haben auch noch einen Schlenker da bei den Elbterassen gemacht. Witzigerweise kann man eine ähnliche Route auch in dem Video von Neonschwarz sehen.

Lucas: Sehr ähnliches Video, aber das haben wir dann auch erst danach gesehen.

Sprinder: Wir haben’s denen geklaut, das kann man einfach so sagen. (lacht)

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Sprinder, Du hast es vorhin ja selbst schon gesagt: Du bist ja auch viel im Schauspiel-Business unterwegs. Ist das für Dich so, dass du Dich in den Videos von Liedfett ein bisschen ausleben kannst?

Sprinder: Weiß nicht… lebe ich mich aus?

Lucas: Ja!

Philipp: Ja!

Dann wäre das ja geklärt! Okay, habt ihr vielleicht noch irgendwelche anderen versteckten Talente?

Sprinder: Also wir haben ein besonderes Talent unter den widrigsten Umständen immer noch Spaß zu haben! Auf Tour erlebt man ja das ein oder andere Extrem. Wir haben trotzdem immer sehr, sehr viel Spaß und sind eigentlich ganz glückliche Menschen. Das kann man vielleicht Talent nennen, oder auch Schwäche…

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Ein dickes Danke an euch für dieses nette und durchaus witzige Interview.
Wer die Jungs live erleben möchte, hat noch einige Termine Zeit, die „laufenlassen“-Tour zu besuchen (alle Termine findet ihr unten im Beitrag). Wahlweise auch das Jahresabschluss-Konzert am 23. Dezember in der Großen Freiheit 36!

Fotogalerie: fritz-töne im Knust, Hamburg

Liedfett auf „laufenlassen“-Tour

  • 26.10. – DE: Kiel, Schaubude
  • 27.10. – DE: Leer, Zollhaus
  • 28.10. – DE: Soest, Alter Schlachthof
  • 30.10. – DE: Dresden, Scheune
  • 01.11. – DE: Fulda, Kulturkeller
  • 02.11. – DE: Oberhausen, Druckluft
  • 03.11. – DE: Marburg, KFZ
  • 04.11. – DE: Offenburg, Spitalkeller
  • 05.11. – DE: Lindau (Bodensee), Club Vaudeville
  • 07.11. – AT: Wien, B72
  • 08.11. – DE: Ingolstadt, Eventhalle Westpark
  • 09.11. – DE: Regensburg, Alte Mälzerei
  • 10.11. – DE: Würzburg, B-Hof
  • 11.11. – DE: Stuttgart, Jugendhaus Hallschlag
  • 12.11. – DE: Ulm, Club Schilli
  • 14.11. – DE: Jena, F-Haus
  • 15.11. – DE: Plauen, Malzhaus
  • 16.11. – DE: Gütersloh, Die Weberei
  • 17.11. – DE: Wilhelmshaven, Pumpwerk
  • 18.11. – DE: Düsseldorf, Stone im Ratinger Hof
  • 19.11. – DE: Lübeck, Treibsand
  • 01.12. – DE: Warendorf, Theater am Wall
  • 02.12. – DE: Eschwege, E-Werk
  • 03.12. – DE: Koblenz, Circus Maximus
  • 08.12. – DE: Frankfurt, Nachtleben
  • 09.12. – DE: Köln, Underground
  • 15.12. – DE: München, Strom
  • 16.12. – DE: Berlin, Privatclub
  • 17.12. – DE: Hannover, Musikzentrum
  • 23.12. – DE: Hamburg, Große Freiheit 36

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