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Durch die geschätzten Macher des Intro Magazins und dessen Newcomerschmiede „Mutti, wir spielen Melt!“ brachten es die fünf Kölner von Lingby 2013 zu einem Slot bei ebenjenem Festival und zu entsprechender Szenebekanntheit – offensichtlich genügend, um nötige finanzielle Mittel ganz zeitgemäß per Crowdfunding reinzuholen. Dabei herausgekommen: Ihr neues, zweites Album „Twist and Turn“.

Mit „Swans“ startet das Quintett in die LP und taucht den Raum, den ihre Musik beschallt, sogleich in eine ganz besondere Atmosphäre. So startet der Song zunächst synthie-orientiert, als sei es das Comeback von Black Box Recorder in Topform, entwickelt sich dann aber weiter in Richtung gitarrenlastigem Post-Rock. Schon hier ist klar, dass Lingby sich auf allen Frequenzen zu behaupten verstehen: Auf bassstarker Grundlage bahnen sich ihre Gitarren, Klaviere und Synthesizer den Weg hin zu gewaltigen Soundgerüsten, auf denen Sängerin Judith Heß ihre Lyrics präsentiert – zumindest in diesem Fall, denn auch Willi Dück schreibt und singt Songs, so beispielsweise „Be Still“. Dunkle Wave-Flächen und tiefe Bässe stehen hier klar im Vordergrund, im Chorus packen Lingby dann den Bombast aus, der auf „Twist and Turn“ noch häufiger zu hören ist.

Das bereits fast zwei Jahre zuvor veröffentlichte „Like a Stone“ ist ein handfester Indiepop-Hit, ein großes, schwermütiges Stück mit wohl überlegtem Einsatz von Pathos, Shoegaze-Anmutungen und Bläsern. Einiges los also bei Lingby – die Kölner haben immer wieder ein Ass im Ärmel und spielen ihre Karten im richtigen Moment aus, sodass das Soundbild trotz der Vielzahl an Bestandteilen nicht überfrachtet wirkt. Well played, Lingby!

„Twist and Turn“ erscheint am 27. März 2015 bei Fleet Union, und das ausschließlich auf wertigem 180-Gramm-Vinyl und 0-Gramm-MP3-Files.

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