Directed by Emily Kai Bock, 2014.
Eine junge Frau auf dem Weg nach ganz oben: Emily Kai Bock.

Während einst erfolgreiche Rapper wie 50 Cent längst in Vitaminwasser investiert haben oder Rocker vom Format eines Kid Rock ihr Glück im Bier suchen, wartet die kleine Lorde vermutlich bis endlich mal ein Künstler in den Lebensmittelsektor einsteigt. Vielleicht traut sich auch nur keiner. Dabei hat die junge Neuseeländerin ordentlich Hunger und wirft mit ihrem „Yellow Flicker Beat“ den ersten Track in den „Hunger Games“ Einkaufswagen. Wir von Noisiv.de begleiten die Sängerin exklusiv zur Kasse, wo auch schon ein fertiges Musikvideo auf uns wartet.

„The Hunger Games: Mockingjay Part 1“ startet am 20. November bei uns in den deutschen Kinos. Auch der neueste Teil der Saga kann neben Lorde mit Künstlern wie Chvrches oder The Chemical Brothers wieder aktuelle Größen auf dem Soundtrack versammeln. Wem das noch nicht ausreicht, sei der Trailer ans Herz gelegt. Wäre jedoch schon merkwürdig wenn Zuschauer erst beim dritten Film in die Materie einsteigen. Just sayin‘.

Wir haben uns heute aber nicht hier versammelt, um der neuesten Geldmaschine aus Hollywood die vorletzte Ehre zu erweisen (Mit Part 2 dankt die Reihe schließlich ab). Dieser Artikel ist eine Huldigung an die junge Regisseurin Emily Kai Bock. In den vergangenen Jahren war die Kanadierin der Grund, warum ihr auch ohne teure Nachos, Popcorn und überzogene Logentickets, euern Spaß mit kleinen Filmchen hattet. Nein, sie ist nicht die Betreiberin von YouPorn.

“Music videos have a budget – not for me to get paid, but for me to test ideas and techniques (…) I don’t have to go on Kickstarter or ask my parents for money to make a short film. I can do [a music video] every month, or two months, and every time I learn something new.” – Emily Kai Bock, The Globe and Mail (2013).

Abgesehen davon, dass eine Frau an der Spitze eines solchen Portals mal durchaus interessant wäre, ist euch Emily Kai Bock mit Sicherheit durch Clips für Grimes und Arcade Fire aufgefallen. Sie war es, die Grimes mit Ghettoblaster auf dem Arm in „Oblivion“ durch ein Football-Stadion stapfen ließ. Laut den Kollegen von Pitchfork handelt es sich bei dem Stück ganz nebenbei um das stärkste Stück des bisherigen Jahrzehnts. 13 Millionen Views später klopfen Arcade Fire an der Tür und mit „Afterlife“ entsteht eines der epischten Videos der Geschichte der kanadischen Band.

Musikvideos dreht die junge 30-Jährige ohne jede Gage, vorrausgesetzt sie behält die volle kreative Kontrolle. Die Industrie dankt es ihr mit ein paar Nominierungen und Awards. Um sich diesen Lebensstil beibehalten zu können, kommen die Spots für Großmarken wie Coke, Diesel oder Vogue wohl gerade recht. Zu empfehlen sei „Spit Gold Under an Empire“: im Vorjahr noch beim Sundance Film Festival in Utah vorgestellt, ist die Kurzdokumentation über die neuartige Rapszene in New York mittlerweile bei Vimeo gelandet. Ihr seht sie also für Umme. Schon wieder Nachos gespart.

Jetzt mischt sich mein innerer Regisseur in diesen Artikel ein. Angeblich soll ich Lorde ein wenig vernachlässigt haben. Mein innerer Gentlemen reagiert schnell und wünscht der Neuseeländerin alles Gute nachträglich zum 18. Geburtstag, welcher am 7. November über die Bühne ging. Nur ein paar Tage später traf auch schon das erste Geschenk aus Los Angeles ein. Auf dem Absender war gut leserlich Kanye West vermerkt, welcher „Flicker“, wie der Remix den Titel gnadenlos abkürzt, den „Yeezus“-Touch verpasste. Nicht nur covert Lorde den Kanye ziemlich gerne, auch scheint der US-Rapper und Produzent zur Zeit in bester Kollaborationslaune zu sein, wie unser Artikel zu Theophilus London erst kürzlich unter Beweis stellen konnte.

Last but not least, möchten wir euch mit „Lordes“ South Park Auftritt aus diesem Beitrag entlassen. In der 18. Staffel der Zeichentrickserie spielten einige Episoden die Theorie durch, dass die Sängerin in Wahrheit gar nicht die wäre, die sie zu sein scheint. Die Produzenten ließen es drauf ankommen. Herausgekommen ist gar ein kompletter Track, vermeintlich gesungen von einem männlichen Geologen namens Randy. Original Eingesungen von Sia und längst Lorde approved.

Und sonst?
Emily Kai Bock
: Die offizielle Website der kanadischen Regiehoffnung mit weiteren Arbeiten für Grizzly Bear oder Haerts.
„This music video made me cry“: Eine kleine Liebserklärung an Arcade Fire’s „Afterlife“.
„The next American auteur?“: The Globe and Mail hat die vielbeschäftigte Künstlerin getroffen und ihren bisherigen Lebensverlauf zusammengefasst.
Director to watch: Emily Kai Bock im ausführlichen Interview mit dem Papermag aus dem Frühjahr 2013.
Canada’s New Cinema: Bock führt uns ein wenig durch ihre Nachbarschaft.
South Park: Scharf auf die gesamte Episode? Schaut doch mal in „The Cissy“ rein!

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