Hamburg: Nicht alle Tassen im Schrank

Love A

Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Es ist Anfang 2016: Love A kündigen zwei Konzerte an. Einerseits im Hamburger Uebel & Gefährlich, andererseits im Berliner Lido. Beide Konzerte waren ausverkauft. Es scheint sich Aberglaube in der Band aus Trier, Köln und Hamburg einzustellen. Zwei Jahre später sollte sich das Ganze nämlich wiederholen. Dieses Mal abermals im Uebel & Gefährlich, darüber hinaus aber nicht mehr in Berlin, sondern im Kölner Gebäude 9. Letzteres sogar zwei Mal, da das erste Konzert blitzschnell ausverkauft war. Auch das Konzert in der Hansestadt war wieder voll. Love A stehen solche Konzertreihen offensichtlich sehr gut.

Am 21. April fand das erste dieser nun drei Konzerte in Hamburg statt. Zwei Schmankerl gab es an dem Tag schon vor der Hauptband: Einerseits spielte LUEAM, seines Zeichens ehemaliger Sänger von Findus, spielte eines der ersten Konzerte im Rahmen seines neuen Solo-Projekts. Auf der Bühne stehen lediglich er sowie Drummer Jörn Bielfeldt alias jbxdr. Musikalisch trifft einen das dargebotene völlig unerwartet – jedenfalls, wenn man die Musik von Findus kennt. Gerade dies ist aber auch das Interessante an den Songs. Definitiv darf man gespannt bleiben auf das, was da noch kommen wird.

Eine Überraschung, die im Endeffekt keine so große war, bahnte sich nun an. Im Vorfeld wurde die Gruppe Alle Tassen als zweiter Support bestätigt. Der Bandname sagt den wenigsten etwas und das mit gutem Grund. Ein Blick auf die neu eingerichtete Facebook-Seite dieser Gruppe ließ zudem sofort verräterische Vermutungen aufkommen und so sollte es dann auch sein: Auf der Bühne standen plötzlich Herrenmagazin. Ja, exakt die Herrenmagazin, die sich eigentlich auf unbestimmte Zeit in der Bandpause befinden.

Die Menge ist begeistert, jeder Song wird lauthals mitgesungen. Die Band ist sichtlich begeistert von den überwältigenden Reaktionen. Laut Sänger Deniz Jaspersen habe Love-A-Frontmann Jörkk Mechenbier die Band so lange genervt, bis sie schlussendlich entnervt zugesagt haben. Mechenbier bewies offensichtlich ein passendes Gespür, denn die Nerverei hatte sich wirklich gelohnt!

Nachdem die Crowd nun bestens eingestimmt ist, übernimmt die Love Academy nun das Ruder. Früh merken wir: Mechenbier versingt sich ständig, es ist also alles in bester Ordnung. Die Temperaturen im Ballsaal steigen stetig, während sich die Band quer durch ihre Diskographie spielt.

Es wird immer wärmer, die Ausgelassenheit in der Menge erreicht großartige Höhen. Die Songtexte werden durchgehend mitgesungen und die Band spielt verdammt gut. Man kann seine Meinungen über Konzerte in kleineren versus größeren Räumen haben; Love A funktionieren aber in allen möglichen Größen, was sie an diesem Abend wieder einmal wunderbar beweisen.

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