lovea

Wenn man gute deutsche Musik mag, dann kommt man keineswegs an Love A vorbei. Der Sound der Jungs findet sich irgendwo zwischen Punk, Indie, New Wave, NDW und Pop. Die Texte sind facettenreich und reichen von Wut und Verzweiflung bis hin zu reichlich Gefühl und jeder Menge Spaß.

Dabei nehmen sich Jörkk (Gesang), Stefan (Gitarre), Dominik (Bass) und Karl (Drums) selbst nicht zu ernst. Seit 2010 sind die vier mittlerweile unterwegs, kennengelernt haben sie sich beim Feiern im Club. Zudem musste der eigentliche Bandname „Love Academy“ kurzerhand geändert werden, da ein Prof. Dr. Dr. den Titel „Love Academy: zu einer glücklichen Beziehung in 10 Schritten“ als Buch herausgebracht und sich zusätzlich die Rechte an Tonträgern und Merchandise bereits gesichert hatte. So schnell kann man zu einem neuen Bandnamen kommen.

Auf dem Oakfield Festival habe ich die vier getroffen und ihnen einige Fragen gestellt:

Kurz nach eurer Gründung ist der Keyboarder bei euch ausgestiegen, habt ihr euch jemals Gedanken darüber gemacht, einen neuen zu holen?

Karl: Ungefähr 5 Minuten. Der war live sowieso fast nie dabei.

Dominik: Wir dachten halt, wenn wir eh häufiger ohne ihn spielen, brauchen wir auch keinen Neuen. Es hat halt auch ohne gut funktioniert.

Auf dem Bochum Total dieses Jahr gab es eine How-To-Anleitung des Veranstalters, wie sich arabische Mitbürger auf dem Fest zu verhalten haben. Viele Bands haben abgesagt, andere Bands haben die Chance genutzt um ein Statement dagegen zu setzen. Wie hättet ihr in einem solchen Fall entschieden?

Jörkk: Wir hätten abgesagt, einfach weil man dann mal die Chance hat abzusagen.

„Endlich einfach mal zuhause bleiben.”

Karl: Wir hätten unsere eigenen Verhaltensregeln aufgestellt und die Leute gebeten sich daran zu orientieren. Aber ich denke schon, wir hätten das abgesagt. Das muss man dann abwägen und sich gut überlegen. Da müssten wir erst mal drüber sprechen.

Eigentlich hätten Turbostaat heute auch hier auf dem Oakfield spielen sollen. Bei dem Song „Valentinstag“ hat Jan die zweite Strophe gesungen, hättet ihr den Song zusammen live performt?

Jörkk: Nee!

Stefan: Haben wir auch noch nie gemacht.

Jörkk: Der kann ja nicht singen, und das dann auch noch live [alle lachen]. Aber nee, wir haben das halt auch noch nie geprobt, wir haben ihm die Files damals zugeschickt und er hat’s drauf gesungen. Dann wäre das schon sehr aus der Hüfte geholt. Wir haben ihn aber trotzdem lieb!

Karl: Ich wollte gerade sagen, es gibt einen bestimmten Grund aber den wollen wir nicht erwähnen!

Jörkk: Ich bezeichne mich ja auch nicht als Sänger. Guck dir mal das Festival „Angst macht keinen Lärm“ an, da kann keiner singen!

In einem Interview habe ich mal gelesen, dass eure Platte „Jagd und Hund“ düsterer und kälter werden sollte als der Vorgänger. Wie kommt man zu so einer Entscheidung?

Karl: Das war keine bewusste Entscheidung, das ist einfach so passiert.

Jörkk: Es ging auch gar nicht um die Texte, nur um den Sound. Der sollte schon eine Schippe düsterer, kälter, schärfer und klirrender werden. Halt so düstere 80er-Wave.

Dominik: Das hat auch eigentlich nur damit zu tun, dass das die Plattenfirma gesagt hat. Die haben sich halt vorgestellt, dass Wave so ein großes Ding wird und langsam müssen wir das Geld, was die in uns gesteckt haben, auch mal zurück bezahlen, deshalb sollten wir eine Wave-Platte machen.

Die Deutsche Musikszene ist sehr anspruchsvoll geworden, setzt das einen unter Druck?

Jörkk: Nee… also, erstmal ist es so, dass wenn etwas populär wird, dann machen das mehr Leute. Das heißt, es gibt auch immer mehr Scheiß in der Richtung, weil sie es versuchen und nicht hinbekommen. Gleichzeitig gibt es auch immer mehr Gutes.

Und Druck… also, wir sind eine der Bands mit dem wenigsten Druck im Business. Die Ambitionen halten sich in Grenzen, was Erfolgsdenken angeht.

lovea3

Die letzte Platte ist fast zwei Jahre alt. Kann man sich bald auf eine neue Platte freuen?

Jörkk: Nächstes Jahr kommt da bestimmt was.

Dominik: Wir sind da was am planen.

Habt ihr Ziele wo ihr hin wollt?

Jörkk: Nach Hause! Nein. Schreib mal: Sky is the limit!

Dominik: Wir sind eher so Macher, es passiert einfach.


Ich danke euch für eure Zeit und das kurze und knackige Interview. Ich bin schon ganz gespannt was uns im nächsten Jahr noch erwartet!

Fotogalerie: Love A beim Oakfield Festival

[asa]B00T2BI3OI[/asa]