Luca Miller

Foto: Julius Damenz

Wer zum Jahresende noch nicht zu müde für eine Neuentdeckung ist, für den haben wir jetzt genau das Richtige. Wach bleiben ist angesagt, denn Newcomer Luca Miller startet jetzt als Solokünstler durch und hat am 9. November seine erste Single „Schatten“ veröffentlicht.

Seinen eigenen Sound zu finden ist heutzutage oftmals die größte Herausforderung für angehende Künstler. Im Fall von Luca Miller wurden einfach die eigenen Einflüsse mit dem vermischt, was man am besten kann. „Schatten“ ist also kein einfach gestrickter Pop, sondern beherbergt in sich Sounds die man sonst zum einen von modernen Soulsängern wie Nick Murphy oder dem erfolgreichem Pop-Duo The Chainsmokers (lest hier unser Interview!) kennt. Wer darüber hinaus noch genauer hinhört, wird erkennen dass Luca Miller sich an noch anderen Genres bedient (siehe Interview).

Viel spannender als in der Rolle des Hörers darüber zu philosophieren ist es natürlich, den Künstler selbst zu befragt. Daher haben wir Luca Miller ein paar Fragen über die Veröffentlichung seiner Single gestellt und wie die Reise in Zukunft weiter geht.

Luca Miller im Interview

Wann entstand der Plan als Solokünstler aktiv zu werden?

Der Plan als Solokünstler zu starten ist vor zwei Jahren entstanden, nachdem sich meine Band JACOBUS aufgelöst hat, in der ich lange Jahre gesungen und die Songs geschrieben habe. Für mich war klar, dass ich weiterhin Musik machen will, aber auch, dass ich etwas Neues ausprobieren will. Quasi ein richtiger Neustart. Und so ist dann die Idee dann entstanden, Songs als Solokünstler auf Deutsch zu schreiben.

Das war natürlich erst einmal ungewohnt, weil ich vorher eigentlich nur englische Texte geschrieben habe und am Anfang auch gar nicht so leicht. Nach und nach hat sich das ganze aber sich ziemlich schnell ziemlich gut angefühlt. Ich habe dann auch verschiedene Songwriting-Sessions gemacht, bis ich mich dann mit Marcel Heym, der die Single produziert hat und nicht nur ein unglaublich talentierter Produzent und Musiker ist, sondern auch sehr feiner Mensch, Anfang 2018 in meiner Heimatstadt getroffen habe, um „Schatten“ zu produzieren.

Also es hat durchaus seine Zeit gebraucht, um da zu sein, wo ich jetzt bin, aber ich bin mega froh, dass die Single jetzt endlich draußen ist und die Leute meine Musik hören können.

Wo wir bei deiner ersten Single sind. Hast du mit diesem Song angefangen um deinen neuen Sound zu finden oder hast du bereits mehrere Tracks in Petto? Wenn ja, warum hast du dich für „Schatten“ als erste Auskopplung entschieden?

„Das Ganze ist also in einer sehr freundschaftlichen und fast familiären Atmosphäre entstanden, was mir persönlich sehr viel bedeutet. ”

Es gab vor „Schatten“ andere Songs, die in Songwriting Sessions mit einem anderen Produzenten hier in Leipzig entstanden sind, die bei der Soundfindung schon eine Rolle gespielt haben. Bei „Schatten“ war aber von Anfang so ein Gefühl da und alles ging ziemlich schnell. Ich hab die Idee für den Song am Abend bevor ich ins Studio gefahren bin fertig skizziert und Marcel und ich haben den Song dann an einem Tag fertig geschrieben. Bis der Sound und die Feinheiten so waren, wie sie jetzt sind, hat es zwar noch etwas länger gedauert, aber so ist das ganze entstanden. Deshalb habe ich mich für „Schatten“ als erste Single entschieden.

Ich habe dann mit meinem besten Freund, der seit mittlerweile seit sechs Jahren in den USA lebt und dort als Filmemacher sehr erfolgreich unterwegs ist, ein Video zu dem Song gedreht, das parallel zur Single erschienen ist. Das Ganze ist also in einer sehr freundschaftlichen und fast familiären Atmosphäre entstanden, was mir persönlich sehr viel bedeutet.

Was ich besonders an „Schatten“ mag, ist wie du am Ende ein minimalistisches Gitarrensolo eingebaut hast. Für meinen Geschmack hätte das ruhig noch etwas länger sein können. Ist das etwas, wovon man in Zukunft mehr von dir erwarten kann? Den Blues zurück in die Popmusik zu holen?

Erwarten ist glaube ich das falsche Wort. Natürlich ist so etwas immer unterbewusst in einem drin, weil ich musikalisch auch unter anderem so sozialisiert wurde – Led Zeppelin, Eric Clapton, sowas in die Richtung. Und klar, ist es immer spannend, verschiedene Einflüsse in seiner Musik miteinander zu vereinen, aber im großen und ganzen bleiben meine Songs, denke ich, Popsongs.

Was steht als nächstes an? Eine EP? Ein Album? 

Ein Album oder eine EP sind bisher noch nicht geplant. Aber es wird auf jeden Fall demnächst Single Nummer zwei und drei geben. Also es gibt auf jeden Fall neues Material, an dem ich bereits arbeite und von dem es dann so bald wie möglich was zu hören geben wird. Ich werde mich auf jeden Fall nicht auf diesem einen Song jetzt ausruhen (lacht).

Denkst du solche Veröffentlichungs-Rhythmen sind längst überholt? Oder reicht es im digitalen Zeitalter dann und wann Songs einfach einzeln zu veröffentlichen?

„ich glaube es gibt auch immer noch Leute, die sich ein ganzes Album anhören.”

Ich denke, das sollte jeder so machen, wie er oder sie es für richtig hält. Natürlich wird heute Musik anders gehört als früher, schneller und vielleicht nicht mehr ganz so intensiv, weil alles immer und überall On-Demand ist und man nur noch einen oder maximal zwei Songs von einem Künstler in seiner Playlist hat. Deswegen macht es schon Sinn dann und wann seine Songs einzeln zu veröffentlichen. Ich glaube aber jeder Musiker, und da gehöre ich auch dazu, träumt davon, irgendwann mal sein erstes eigenes Album rauszubringen. Und ich glaube es gibt auch immer noch Leute, die sich ein ganzes Album anhören.

Wann und wo wird man deine Musik live erleben können?

Eine Tour oder so etwas ist bisher auch noch nicht geplant. Aber nachdem ich noch ein paar weitere Songs veröffentlicht habe, wird es auf jeden Fall Konzerte geben. Ich hoffe so schnell wie möglich. Spätestens im Sommer zur Festival-Saison und dann im Herbst 2019. Aber mal sehen, vielleicht gibt es auch schon vorher das eine oder andere kleine Konzert.

Zum Abschluss: Musiker sind ja auch immer Fans. Wie sieht denn deine Playlist im Moment aus? Welche Tracks stehen bei Dir zur Zeit hoch im Kurs?

Tracks, die bei mir im Moment hoch im Kurs stehen? Ich bin da nicht immer ganz so up-to-Date, was Neuerscheinungen angeht, aber „Natural“ von den Imagine Dragons ist ziemlich fett. „Nina Cried Power“ von Hozier feiere ich sehr ab. „May I have this Dance“ von Francis and the Lights finde ich schon eine ganze Weile richtig gut und alles von Bon Iver. Das geht immer, vor allem im Hinblick auf den Winter.

Danke für das Interview!