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Sechs Jahre zurück. Es ist ein kalter Novembertag im Jahr 2011 und als Vorprogramm von Bombay Bicycle Club betritt eine schüchterne, zierliche junge Frau die Bühne. Nur sie, ihre Gitarre und Stimme nehmen den ganzen Raum ein. Mein Gedanke: An Lucy Rose wird man sich noch lange erinnern! Sechs Jahre vor. Ich höre das neue und mittlerweile dritte Album der Sängerin. Und mein Gedanke kommt mir wieder in den Sinn. Ich hatte recht! „Something’s Changing“ übertrifft all meine Erwartungen. Eins steht fest: Lucy Rose hat sich als Musikerin und Person gefunden.

„And I’m feeling like this is the first day of a brand new live, in wich I’m thirsty for. An honest life, when I can love myself for who I am.“
Lucy Rose – Second Chance

Joni Mitchel und Neil Young sind unverkennbar Lucy Roses Vorbilder. Die Sechziger haben sie musikalisch geprägt und Folk steckt in ihrem Blut. Doch sich selbst treu zu sein und auf seine Stärken zu vertrauen, braucht manchmal ein paar Anläufe und Umwege. Die wohl größte Inspiration für die elf neuen Songs war ihre ausschließlich von Fans gebuchte Tour durch Lateinamerika. Offen, mutig und ohne jegliche Scheu ihre Fans kennenzulernen, bei ihnen zu wohnen und mit ihnen ihre Leidenschaft, die Musik, zu teilen machte sich Lucy Rose letztes Jahr auf Reise.

So ist „I Can’t Change It All“ ein Song für einen Fan, den sie auf ihrer Reise kennenlernte. Er hatte in Vergangenheit einige Schicksalsschläge erleben müssen. Ratlos, wie sie ihm helfen könnte, schrieb ihm die Londonerin diesen Song, damit sie trotz der weiten Entfernung für ihn das sein und ihn in schweren Zeiten durch ihre Musik begleiten könne. Auch „Moirai“ knüpft inhaltlich genau dort an und erzählt von dem griechischen Gott, welcher das Schicksal der Menschen in der Hand hat und steuert.

Auch die vorherrschende politische Lage in Europa beschäftigt die junge Sängerin. In „Is This Called Home“ behandelt sie das Thema der Flüchtlingskrise. In „Second Chance“ und „Floral Dresses“ ist Lucy Rose so ehrlich und selbstreflektierend wie nie zuvor. Sie bricht in mit dem Druck dem gängigen weiblichen Schönheitsideal gerecht zu werden und thematisiert ihre ganz individuelle Selbstfindung.

Ganz neu ist auch, dass sich die Sängerin für die Produktion des neuen Albums musikalische Unterstützung von bekannten Gesichtern der Indie Szene holte. So ist in „Soak It Up“ und „Find Myself“ Elena Tonra, eine langjährige Freundin von Lucy Rose und Sängerin der Band Daughter, vertreten. Ebenfalls mit von der Partie sind die wunderbaren The Staves , Marcus Hamblett von Bear’s Den und Emma Gatrill von Matthew And The Atlas und runden das neue Meisterwerk von Lucy Rose gebührend ab.

Cinema Tour Deutschland Termine

Die wertvollen Erfahrungen und Erlebnisse aus Lucy Roses von Fans gebuchten Tour durch Lateinamerika bündeln sich in einer knapp zwanzigminütigen Dokumentation, welche kurz vor Veröffentlichung des neuen Albums „Something’s Changing“ erschienen ist und in voller Länge auf Youtube zu sehen ist. Ende September stehen im Rahmen ihrer Cinema Tour auch drei Termine in Deutschland an, wo die Dokumentation in ausgewählten Kinos auszustrahlt und Lucy Rose ihre neuen Songs in besonderer Atmosphäre spielen wird.

  • 26.09. – Köln, Stadtgarten
  • 28.09. – Berlin, Silent Green
  • 29.09. – Hamburg, Alabama Kino