Das Sorgenkind des Hip-Hops: Lupe Fiasco. Seit seinem gefeierten Debüt „Food & Liquor“, das ihm einen Grammy bescherte, veröffentlichte er nicht nur die unbestreitbaren Hits und Klassiker, sondern auch eine ganze Reihe Halbgares. Nun erscheint sein neues Album „DROGAS light“ und gleich im Intro sagt der Protagonist höchstselbst: „This one ain’t for Billboard, you can stream the album on Silk Road“.

Im gleichen Atemzug wird dann auch das Album-Konzept erklärt: „Over-D off of this, but don’t fall asleep ‚til the dopamine hit“. Aha, die Musik soll also eine Überdosis auslösen und Dopamin ausschütten. Wenig bescheiden, aber tatsächlich gehört das Album zu den besseren in Lupes Diskographie. Nach dem zwingenden „Dopamin Lit (Intro)“ kann auch „NGL“ (Niggas gon‘ lose) mit TY Dolla Sign sofort überzeugen und hat ebenfalls einige Lines in Petto, über die man zwei Mal nachdenkt:

If they legalize that whole thing, they doin‘ weed, next cocaine,
Niggas ain’t gon‘ have no jobs, and Wall Street gon‘ run the dope game.
What a nigga gon‘ do? You niggas gon‘ lose!

Lupe Fiasco – NGL

Könnte Lupe am Ende Recht behalten? Man mag es sich nicht ausmalen. Es geht ähnlich bedrückend und stringent weiter. „Made in the U.S.A.“ und „City of the Year“ sind absolute Highlights, sowohl lyrisch, als auch musikalisch. Modern und zeitgeistig wurde das Album von allerhand Leuten, wie Soundtrakk, S-X oder SIMON SAYZ, produziert, die den meisten Lupe-Fiasco-Fans von früheren Projekten bekannt sein sollten.

Nach der ersten, von politischen und gesellschaftlichen Themen geprägten, Hälfte des Albums gibt es dann auch ein paar potentielle Hit-Singles. Die sind zwar eingängig, dadurch aber nicht automatisch weniger hörenswert. Auch in „Pick up the Phone“ lassen sich allerhand Zeilen finden, die an Spitzfindigkeit kaum zu überbieten sind. Allerdings löst sich das Konzept an manschen Stellen dann doch in Gefälligkeit auf. Warum hat Lupe nicht auf voller Länge das weitergeführt, was er in den ersten Songs so überzeugend abgeliefert hat?

Mit „DROGAS light“ beweist Lupe Fiasco eindeutig, in welcher Liga er noch immer mitspielt – nämlich in der Obersten. Technisch und lyrisch ist der, in Chicago geborene, Rapper immer noch den meisten seiner Mitstreitern voraus.

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