Lyvten 07

Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Die Illegalen Farben gehören derzeit zu meinen absoluten Favoriten und so trifft es sich natürlich wunderbar, dass sie am Donnerstag im Essener Don’t Panic auftraten – für mich im Grunde ein Katzensprung von der heimischen Höhle aus. Dabei übernahmen sie den Support-Slot für die schweizerische Post-Punk-Band Lyvten. Diese waren wir vorher gänzlich unbekannt, also hatte ich gleichzeitig auch Gelegenheit, eine neue Gruppe kennenzulernen. Hört sich nach einem gelungenen Donnerstagabend an? War es auch!

Illegale Farben: Mechanischer Applaus zum Support

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Als die Illegalen Farben mit ihrem Set begannen, herrschte vor der Bühne noch gähnende Leere. Nachdem die ersten Töne angeschlagen wurden, füllte es sich dann aber doch sehr rasch. Das Set wurde mit „Wellenland“, dem Closer des kommenden Debütalbums, welches am nächsten Freitag veröffentlicht wird, eingeleitet. Statt also gleich aufs Tempo zu drücken, wurde recht ruhig angefangen, was ich interessant fand, denn so etwas sieht man nicht immer.

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Im Verlaufe des Auftritts zeigte die Band ihre hervorragende Live-Qualität: Sänger Thom bewegt sich dynamisch auf und vor der Bühne. Die Gruppe sprüht vor Energie, die sich irgendwie entladen muss. Dabei gaben sie auch einen guten Vorgeschmack auf die Platte, denn fast alle Songs wurden gespielt und das durchweg überzeugend und mitreißend! Das Ende ihres Support-Auftrittes legten sie dann mit ihrem selbstbenannten Song „Illegale Farben“ hin. Energetischer und aufbrausender geht es kaum noch!

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Lyvten: Hervorragender Post-Punk aus der Schweiz

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Nach einer guten Pause übernahmen Lyvten dann gut gelaunt das Ruder. Die schweizerische Post-Punk-Band rund um Sänger Thorsten Polomski gab sofort die Marschrichtung vor. Auffällig ist der Wechsel zwischen deutscher und englischer Sprache, der zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, mit fortschreitender Dauer aber zu gefallen weiß.

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Darüber hinaus beeindruckt die Energie, die die Gruppe an den Tag legt. Einerseits ist das in der Stimme Polomskis begründet, die sicher nicht die dynamischste ist, dafür aber absolut ehrlich und die Texte völlig ungeschönt rüberbringt. Auf der anderen Seite steht das melodische Gitarrenspiel und die treibenden Drums.

Lyvten haben zwar erst im letzten Jahr ihr Debütalbum „Sondern vom Mut, mit dem Du lebst“ veröffentlicht, müssen sich aber schon jetzt nicht hinter den bekannten Deutschpunk-Bands dieser Jahre verstecken, denn live bringen sie eine ganze Menge rüber. Dass eine Menge bei ihnen rüberkommt, zeigten sie auch am Ende, als Polomski und Gitarrist Steff Kerkhof noch einen weiteren Song zum Besten gaben – ohne Bass und Drums, sondern ganz nackt mit nur einer Gitarre. Da hört man gerne zu und so kann man einen Abend ganz wundervoll ausklingen lassen!

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