Bildquelle: Screenshot Youtube / Manchester Orchestra

Bildquelle: Facebook / Manchester Orchestra

Anfang März vermeldete ein User im Hurricane Forum, dass Manchester Orchestra neue Tourdaten haben und diesmal sogar (ENDLICH) auch Daten für Deutschland dabei sind. So bestellte ich mir schon fünf Monate vorher das Konzertticket und sollte feststellen, dass diese Investition sich auszahlen würde. Es stand ein Abend voller großartiger Momente und jeder Menge guter Musik an.

Pünktlich um 20Uhr stellen wir uns in der Schlange an, welche sich vor dem ausverkauften Molotow tummelte. Die Location ist ein absoluter Glückstreffer, wenn man ein intimes Konzert mit einer seiner Lieblingsbands haben möchte. Die Jungs um Manchester Orchestra hätten qualitativ sicherlich viel größere Hallen verdient, umso erfreulicher ist es, dass diese immer noch eine Art Geheimtipp sind und in einer wunderbaren Location wie dem Molotow auftreten können.

Die Vorband des Abends waren The Dear Hunter aus Providence, Rohde Island. Bereits die ersten Töne der Band erinnerten vom Stil von Manchester Orchestra und nachdem die Stimme des Sängers Casey Crescenzo ansetze, unterstrich dies meine Meinung. Dennoch haben The Dear Hunter einen sehr eigenen Sound, welche sich nicht in eine Schublade steckt. Die Band sorgte schon für die ersten Tanzbewegungen in den vorderen Reihen und heizte mit ihrer Songs das Publikum für den Hauptact ein. Zeitweise erinnerte deren Musik sogar an Pink Floyd.

Nachdem die Musik des DJs (welcher innerhalb von einer Stunde drei Songs von Death Cab spielte) ausgemacht wurde und das Licht ausging, war der Weg für die Truppe aus Atlanta frei. Der Opener Pride deutete schon an, dass dieser Abend ein großartiger werden wird. Nach dem zweiten Lied Top Notch wurde es kurz ruhig auf der Bühne. Ein Zuschauer ließ sich dies nicht nehmen und schrie One more Song. Die Band nahm den Witz auf und Andy Hull verkündete, sie werden jetzt das letzte Lied spielen. Spätestens nach dem dritten Lied Shake It Out hatten Manchester Orchestra das ganze Publikum auf ihrer Seite. In den vorderen Reihen sah man schwitzende Männer und Frauen die zu den Riffs tanzten und feierten.

Die Setlist war ein guter Mix aus wilden Tracks wie Pensacola oder Everything To Nothing und ruhigeren Liedern wie The Mansion (in der Hope Version). Nachdem einige Hurricane-Foren Mitglieder Escape von Rupert Holmes anstimmten, coverte Andy Hull dies. Frontmann Andy Hull konnte sein Grinsen nach dem Song nicht verbergen. Leider spielten sie nicht La-Di-Da vom ersten inoffiziellen Album Nobody Sings Anymore, was ein Kerl hinter mir lauthals wünschte.

Auch spielten sie das großartige Simple Math. Die Band hätte im Grunde jedes Lied spielen können, die Zuschauer feierten und lauschten sonst den ruhigeren Song. Den Abschluss des Sets bildete Willie Nelsons The Party’s over. Die Zuschauer forderten lautstark eine Zugabe und natürlich kam die Band zurück auf die Bühne. Neben The Only One spielten sie Where Have You Been? als letztes, bei welchem das ganze Publikum in ein kollektives Kopfnicken verfiel.

Es haben zwar einige meiner Lieblingslieder wie  Alice and Interiors, Virgin oder Wolves at Night gefehlt. Dennoch verließ ich absolut glücklich das Molotow in der Hoffnung, dass die Band diesmal keine sechs Jahre bis zu ihrem nächsten Auftritt in Hamburg brauchen. Auch wenn ich den Jungs um Andy Hull den Erfolg gönne, hoffe ich gleichzeitig, dass sie dann auch wieder in einem ähnlich kleinen Club ihr Können unter Beweis stellen.