Sucht ihr noch nach anständiger Beschallung fürs elterliche Wohnzimmer an den Weihnachtstagen, die weder euch in den Ohren wehtut, noch eure Familie durch Unweihnachtlichkeit verschreckt? Vielleicht ist die aktuelle Platte von Mark Kozelek genau das Richtige für euch. Der Sun Kil Moon-Sänger trat zwar in letzter Zeit besonders durch seinen kleinen „Beef“ mit The War on Drugs in Erscheinung, doch auf „Mark Kozelek sings Christmas Carols“ wird der Singer-Songwriter aus San Francisco dann doch ganz besinnlich.


Die Bewandnis des Albumtitels liegt schon eine Weile zurück. Kozelek hat ein wahnsinniges Faible für die Veröffentlichung an Live-Alben – allein in den letzten drei Jahren hat er acht (!) Livemitschnitte in Albumform herausgebracht. Sein erster Release dieser Art ist nunmehr dreizehn Jahre her. Auf „White Christmas Live“ trug er ebenjenen Weihnachtsklassiker spontan vor, woraufhin ein Fan sich aufdringlich einen Song wünschte und Kozelek antwortete: „Fuck you! Mark Kozelek sings Christmas Carols!“


xmasDas tut er nun also auch auf Albumlänge. Dass man das im Indie-Geschäft darf, haben Sufjan Stevens und Conor Oberst längst bewiesen. Und so trägt Mark Kozelek insgesamt 14 Stücke vor, in der Hauptsache althergebrachte Klassiker. Ja, auch „O Christmas Tree“ ist drauf, logo! Das mag den einen oder anderen verschrecken, doch die meisten der Songs sind eher in den USA bekannt und daher hierzulande nicht durch Kirchenchöre totgedudelt. So entdeckt man mit Liedern wie „God rest ye merry Gentlemen“ oder „Do you hear what I hear?“ vielleicht den einen oder anderen Klassiker mit ansprechender Melodie, an den man sich sonst nicht unbedingt herangetraut hätte. Es sind eben klassische christliche Weihnachtslieder, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein.


Auch neuere Songs wie Nat King Coles „Christmas Song“ oder „I believe in Father Christmas“ von Emerson Lake & Palmer covert Mark Kozelek. Dass er für Coverversionen ein gutes Händchen hat, bewies er beispielsweise schon 2013 mit seiner tollen Interpretation von „I got you babe“.


Wer von dem ganzen Weihnachtszirkus nichts wissen will, Mark Kozeleks einprägsame Stimme aber trotzdem gerade zu schätzen lernt, der hat es eventuell etwas schwer im VÖ-Dschungel des Sängers. Meine Empfehlung: Die Kollaboration von ihm und Jimmy LaValle (The Album Leaf) auf dem 2013er Album „Perils from the Sea“. Unfassbar melancholische Electronica-Platte mit folkigem Gesang von Herrn Kozelek. Passt auch super in die graue Winterzeit! Ob ihr euch nun für diese Platte entscheidet, für die Weihnachtsplatte oder doch lieber für Slipknot in der besinnlichen Zeit: Habt angenehme Feiertage!


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