Foto: Astrid Knie

Die österreichische Gruppe 5K HD hat ganz offensichtlich Freude daran, Menschen in die Irre zu führen. Das fängt bei ihrem Bandnamen an, der uns in die schön-schnöde Welt der Höher-Schneller-Weiter-Technik entführen will und es Suchmaschinen schwer macht; erstreckt sich über den Albumtitel, der sich lediglich aus den vier FüllwörternAnd To In A“ zusammensetzt; und endet bei einem verwirrt zurückgelassenen Offsetdrucker, der sich die Passermarken und Farbkontrollstreifen auf dem Plattencover nicht erklären kann.

Hinter diesem Verwirrspiel verbergen sich die Schmieds Puls-Frontfrau Mira Lu Kovacs und die vier Herren der Jazz-Kombo Kompost 3. Und wo sie schon Printbranche wie moderne Technik zeitgleich liebkosen, bringen sie auch klanglich einiges zusammen, von dem man sich eine Symbiose bisher nicht recht vorstellen konnte!

Zu nennen wäre da ein Song wie „Trouble Boy“, der zwar schon zu Beginn dank seiner ungewohnten Rhythmen nicht ins Radio passen mag und doch als eigensinniger Popsong funktioniert, dann aber gen Ende mit allem bricht und dröhnende Sounds über Kovacs‘ ins Schreien abdriftende Stimme donnert. Bassstark zeigen sich 5K HD ohnehin, sei es schmeichelnd-soulig im zauberhaften „Ice Bird“ oder als weitaus brachialere Fassung bei „Not A Love Song“. Den finalen Fokus auf die tiefe Frequenz legt das Downtempo-Stück „Patience“, das nach Bohren & Der Club Of Gore – hier jedoch garniert mit Kovacs‘ zartem wie variablen Gesang – klingt.

Die Video-Auskopplung „Gimme“ zeigt zwischen vielen organischen Songs, dass sich die Wiener auch vor dem Elektronischen nicht scheuen, und auch in diesem Soundgewand aus flächigen Synthies und verspielten Clicks & Cuts macht es sich das Quintett bequem. Wobei Bequemlichkeit wohl nicht gerade das erste ist, mit dem sich 5K HD assoziieren ließen, schlagen sie doch einen ziemlich eigenen, für (im weitesten Sinne) Popmusik untypischen Weg ein, eine Platte zu produzieren.

Bequem machen sie’s der Hörer stellenweise schon, angenehme Grooves und Harmonien finden sich immer wieder, doch wäre es für diese Konstellation von MusikerInnen wohl deutlich zu einfach gewesen, ihr ganzes Album in ein solches Gewand zu hüllen. So brechen ihre Stücke immer wieder aus, erfinden sich neu und spielen sich umso mehr in die Herzen jener Rezipienten, die gewillt sind, aufmerksam zuzuhören.

Der Titelsong „And To In A“ beschließt das Werk und unterstreicht: Wo den vier Wörtchen zwar mehr eine Satzbau-Notwendigkeit als eigener Sinn anhaftet, funktioniert das Soundgemisch von 5K HD absolut hervorragend auf Albumlänge. Hier hätte so einiges schiefgehen können – doch das Gegenteil ist der Fall. Schalt‘ die Ohren auf 2880p, hör‘ dieses Album! Seit dem 1. September ist es bei Seayou Records zu haben.