Maximilian Hecker, die labile Seele des pathetischen Indiepops, erweitert am 16. Januar seine Diskografie um eine neues Album, das auf den nicht minder pathetischen, aber ganz und gar schönen Titel „Spellbound Scenes Of My Cure“ hört. Depression und Drama, Tragik und Selbstzweifel durchzogen seit jeher das Werk des Wahlberliners. So benannte er seine vor zweieinhalb Jahren veröffentlichte Autobiografie großspurig mit „The Rise and Fall of Maximilian Hecker“. Nicht minder lesenswert ist das Buch, in dem der Musiker viel und offen über emotionale Zusammenbrüche und Liebschaften im asiatischen Raum schreibt, wo er sich weitaus größerer Beliebtheit als hierzulande erfreut.

Der hübsche Herr Hecker scheint auch auf seinem neuen Werk wieder Persönliches en masse zu verarbeiten. Soundtechnisch erinnert das, was als Hörprobe bei Amazon bereits zu rezipieren ist, wieder mehr an das vorletzte Album „I Am Nothing but Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son“, auf dem Hecker puristisch wie nie seine hymnischen wie fragilen Stücke in eine klangliche Einöde verfrachtete – in einer Art Lagerhallenromantik mit kratzigem Sound förderte er auf diesem Wege Emotionen zu Tage, die ein wahnsinniges Maß an Authentizität in sich trugen.

Während der Nachfolger „Mirage of Bliss“ aus 2012 diese Wucht dann wieder etwas vermissen ließ, können Fans des Falsett-Sängers nun auf die Veröffentlichung im Januar hoffen. Mit „To Liu Wen, The Opposite House, 3 a.m.“ schickt Hecker den ersten Song aus dem neuen Album voraus und verpasst diesem gleich noch ein zwar nicht sonderlich spannendes, aber durchaus atmosphärisches Musikvideo. Den Großteil des Stücks klingt es wie ein lauer Wintermorgen mit Tau auf den Blättern. Glockenspiel, bekömmliches Gitarrenzupfen und Heckers hohe, verhallte Stimme lassen den Zuhörer schwelgen. Und wenn dann im zweiten Teil das trommelartige Schlagwerk einsetzt, geht der Song doch wieder in einer jener Hymnen auf, die sich über sich selbst erhebt wie Heckers Stimme, wenn er zu poetischen Zeilen wie diesen ansetzt:

And I’ll be holding onto all your sweet disclosures. All your unspoken clues that keep alive your mystery. I’ll be trying hard to understand your beauty and your gracious spirit that triggered off my healing.

Ja, zugegeben, Maximilian Hecker ist ein Softie, ein säuselnder Pop-Barde. Und deshalb ist er auch einer der beeindruckendsten Künstler des Landes, denn so einen Sound traut sich hier sonst einfach keiner. I love it, Maximilian!

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