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Als vor drei Jahren „Endlich Unendlich“ erschien, konnte Megaloh zum ersten Mal die Lorbeeren einheimsen, die ihm seit einer Dekade zustanden. Zu behaupten, dass Megaloh davor unter dem Radar lief, wäre zwar übertrieben, doch mit besagtem Album schaffte es der Moabiter sich endlich zu etablieren.

Nun erschien vor einigen Tagen das Nachfolgewerk „Regenmacher“. Erneut in Zusammenarbeit mit Produzent Ghanaian Stallion und auf Max Herres Label Nesola. Ich muss gestehen, dass „Endlich Unendlich“ gerade im Nachhinein ein wenig belanglos wirkt. Klar, „Dr. Cooper“, „Loser“ oder „Vaterfigur“ sind unglaubliche Songs. Doch in 2016 sollte Mega dann noch eine Schippe drauf packen können…

Als hätte Megaloh mich gehört, kommt „Regenmacher“ nun auch verdammt zwingend um die Ecke. Teilweise gibt es moderne Elemente („Wer hat die Hitze“), weitaus häufiger gibt es sogar afrikanische Einflüsse. Auf vielen Tracks gibt es afrikanische Bläser zu hören und „Wohin“ wartet tatsächlich mit einem Drum-Solo von Tony Allen (Drummer von Fela Kuti) auf.

Inhaltlich wird die eigene (afrikanische) Herkunft thematisiert und die Flüchtlingskrise aufgegriffen. Es gibt kaum Songs, die ohne Message daherkommen. Dass das Album dennoch so gut anzuhören ist, liegt natürlich an der entspannten Art des Protagonisten, aber auch an den Feature-Gästen, wie Patrice, Joy Denalane oder Jan Delay. Und natürlich an den abwechslungsreichen Produktionen von Ghanaian Stallion!

Highlights gibt es auf dem Album einige. Auf dem Boombap-Brecher „Zapp Brannigan“ demonstriert Megaloh einmal mehr seine Technikkünste. Auf „Oyoyoy“ rappt er den Refrain sogar auf Igbo, der Muttersprache seiner Mutter. Ganz großes Kino! Würde ich alle Perlen hervorheben wollen, müsste ich die komplette Trackliste abarbeiten. Positiv hervorzuheben ist dennoch das Feature von Max Herre, der in letzter Zeit einige Sympathiepunkte einbüßen musste.

„Regenmacher“ ist ein verdammt starkes, persönliches und vor allem facettenreiches Album geworden. Megaloh bleibt einer der besten und sympathischsten Menschen im sogenannten Rap-Game und zeigt mal wieder wie man erwachsene Rapmukke macht und gleichzeitig relevante Inhalte vermittelt. Schon jetzt eines der Highlights in 2016!

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