Zwar steht schon seit längerem fest, dass mit Counterfeit. ein neuer Stern am Punk-Himmel erscheint. Bestätigen wollen die Jungs aus England diese Vermutung jetzt jedoch um ein weiteres Mal mit ihrem ersten Longplayer „Together We Are Stronger“, welcher am heutigen Tage erscheint. Einige Singleauskopplungen konnte man sich bereits anhören und schon da wurde klar, dass das Album nur so vor Energie triefen wird. Und genauso soll es sein!

Das Album startet mit den Worten „Goddammit, I think I’m stuck again…“. Nach festgefahren klingt hier aber gar nichts. Der erste Song „Washed Out“ bringt einen direkt in Fahrt und die müden Füße sind direkt bereit zu tanzen! Der Refrain mit den Worten „I am too old to live and too young to die“ brennt sich direkt als Dauerschleife in den Kopf. Schon bald wird klar: für den Ohrwurm der nächsten Tage ist gesorgt!

Während der ersten Songs zeigt sich die Band weniger experimentierfreudig. Man erkennt ganz klare Strukturen, die zwar mitreißend sind, aber auch ziemlich voraussehbar. Auf energiegeladene Anfänge folgen einprägsame Refrains und gegen Ende des Songs wurde nach kurzen und langsamen Passagen dann das Tempo wieder angezogen. Das ist cool, aber nicht sonderlich innovativ.

Als ich die Hoffnung fast aufgegeben hatte, folgte die Rettung. Diese trägt den Namen „You Can’t Rely“. Der Song beginnt langsamer als die vorherigen Songs, ist doch zunächst neben einer rhythmischen Gitarre und einem einfachen Drumbeat nur die Stimme des Sängers Jamie Bower zu hören. Langsam aber sicher schaukelt „You Can’t Rely“ sich dann aber doch hoch in einen kraftvollen Refrain. Es klingt weniger punkig, sondern erinnert eher an die Rock-Songs der 2000er. Eindeutig einer meiner Favoriten des Albums.

Dicht gefolgt wird „You Can’t Rely“ in meiner persönlichen Rangliste von „Lost Everything“, welcher sich auch im Album direkt anschließt. Der Anfang klingt ein wenig nach Metalcore und ehe man sich versieht – oder auch verhört – klingen die Wörter „Just Shut Up“ in einem spitzen Schrei durch die Boxen. Der Mittelteil des Liedes ist wieder sehr eingängig, aber gegen Ende gibt es einen fast breakdownartigen Part mit Screams, der in einer ruhigen Passage aus Gitarre und Vocals sein Ende findet. Sowas gefällt, sowas will ich hören!

This is where love lies alone
This is where hope dies and I hope you know
The promise you broke to come home again has shattered my dreams.
You lost everything.

You Lost Everything – Counterfeit.

Die letzte Hälfte von „Together We Are Stronger“ gefällt mir glücklicherweise viel besser als der Anfang. Hier wird viel mehr experimentiert und sich mal außerhalb der Genregrenzen bewegt. So zum Beispiel überrascht auch der Abschlusstrack „Letters To The Lost“. Ein sehr ruhiges Intermezzo von Gitarre und Stimme, wie ich es liebe. Hier merkt man die Mitarbeit von Produzent Thomas Mitchener, der für Frank Cater & The Rattlesnakes einen ganz ähnlichen Song namens „I Hate You“ zur Welt gebracht hat.

Fast hätte ich das Album als ein durchschnittliches Punk-Album abgestempelt, jedoch sollte ich eines besseren belehrt werden! Auf „Together We Are Stronger“ sind einige Überraschungen zu finden und in der Gesamtheit aller Songs ist hier echt ein tolles Album entstanden. Die fünf Jungs haben zwar definitiv schon ihren Sound gefunden, aber trotzdem wollten sie mit dem Debütalbum zeigen, dass sie es doch auch noch anders können. Ein sehr gewagter Schritt, aber es hat sich in meinen Augen auf jeden Fall gelohnt.

Counterfeit. auf DACH-Tour!

  • 24.03 – Hamburg, Knust
  • 30.03 . Berlin, Lido
  • 01.04 – Hannover, Faust
  • 03.04 – Wien, Flex (AT)
  • 10.04 – Pratteln, Z7 (CH)
  • 11.04 – Wiesbaden, Schlachthof
  • 13.04 – Köln, Stollwerk

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