Am Berg Hira, nahe Mekka gelegen, soll der Prophet Mohammed seine erste Offenbarung erfahren und daraufhin den Koran niedergeschrieben haben – der Islam war geboren. Die Geschichte wird ebenfalls im Intro des neuen Albums von Meta & The Cornerstones besungen und der Berg Hira zum „Cornerstone“ gekürt.

Der Titel des Albums lautet natürlich „Hira“. Darauf zu hören ist verspielter und abwechslungsreicher Roots-Reggae der besten Sorte. Der islamische Hintergrund des Sängers, der im Senegal geboren wurde, tritt noch häufiger zu Tage – davor braucht man aber nicht zu erschrecken. Es wird sich auf Werte wie Dankbarkeit, Großzügigkeit oder Zuverlässigkeit berufen. Werte, die auch in unserer überwiegend christlich geprägten Gesellschaft gerne häufiger beherzigt werden könnten.

Nichtsdestotrotz wird bereits im zweiten Song auch die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba besungen, welche wiederum einen „Cornerstone“ des Rastafarismus darstellt. Für Meta kein Widerspruch wie er gegenüber Reggaeville erzählt: “For me, there is no difference. It’s all one. There is this part, we title it »Rastafari«, and this part, let’s say we name it »Buddhism«, and this part we name it »Islam«, this part we name it »Christian«, this part we name »Jewish«, but these are just the beautiful pieces of the same.”

Das schöne ist, dass man auch als Mensch, der Religionen im Allgemeinen eher wenig abgewinnen kann, Gefallen an „Hira“ finden kann. Oder sogar muss, denn Metas Lyrics sind letztlich nicht religiös, sondern bloß intelligent, modern und weltoffen. Außerdem klingt das Album auch auf instrumentaler Ebene unglaublich gut. Aufgenommen wurde es übrigens in den Real World Studios von Peter Gabriel. Auf dem Song „Do“ zum Beispiel, der die spanische Sängerin Concha Buika featuret, sind sogar Flamenco-Elemente zu hören. Die Lyrics spiegeln sich also auch auf musikalischer Seite wider.

Foto: Abby Ross

Meta Dia & The Cornerstones haben mit „Hira“ ein wirklich schönes Album vorgelegt. Die Lyrics bieten für jeden Punkte zum Anknüpfen und könnten ruhig häufiger durch deutsche Boxen tönen. Wer mag schon widersprechen, wenn der Sänger zu mehr Friede und Toleranz aufruft? Wer Roots-Reggae nicht gänzlich abgeneigt ist, wird hier auf jeden Fall seine Freude haben.

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