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Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Die Milliarden sind keine ordinäre Live-Band – so viel steht fest. Das manifestiert sich vor allem in Sänger Ben Hartmann: Mal springt er aus ziemlich steilen Höhen in die Crowd runter, mal rutscht er auf der Bühne auf einer Flasche aus und zerstört sich das rechte Bein. Wenn er von dem Vorfall in Münster erzählt, läuft es mir schon kalt den Rücken runter.

Viele Bands hätten die restlichen Tour-Termine abgesagt, was völlig verständlich gewesen wäre – so aber nicht die Milliarden, denn wie gesagt: Sie sind alles, nur nicht ordinär. Stehen ist für Ben in dieser Verfassung reichlich unpraktisch, also eiferten sie Dave Grohl nach und bautem ihm einen Thron zum Sitzen – genauer gesagt einen umgebauten Einkaufswagen. Irgendwie passt das zu ihnen.

Mit dicker Schiene ums Bein und besagtem Thron im Schlepptau spielten sie ihre Tour also weiter, die am vergangenen Samstag im ausverkauften Hamburger Molotow ihren Abschluss fand. Mit dabei: LIAN aus Wien. Der Abend: Einer der richtig guten Sorte!

LIAN legen vor

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Das Wiener Trio besteht aus Drummer Frank, MJ am Bass sowie Sänger und Gitarrist Phil. Ihr Sound ist kräftig, geht nach vorne. Alternative-Rock, der sich auf jeden Fall hören lassen kann. Da macht Zuschauen und -hören Spaß und die Band selbst zeigt sich ziemlich spielfreudig.

Da kam eine ganze Menge Energie rüber, die auch beim Publikum ankam, das bereits nach dem ersten Song ihren Zugang zum Sound fand. LIAN befinden sich noch ziemlich am Anfang, haben im Juni ihr eigenes Debütalbum veröffentlicht und verdammt gute Werbung für sich gemacht. Die sollte man definitiv auf dem Radar behalten!

Sitzende Milliarden am Hebel

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Dann kamen die Milliarden auf die Bühne – genauer gesagt alle, bis auf Ben. Der schleppte sich auf Krückstocken zu seinem Thron hin. Die Crowd bejubelte das regelrecht – sie wissen, dass man das nicht einfach so macht. Die Band nun trotz des Unfalls spielen zu sehen, erfüllt jeden im Molotow mit schlichter Dankbarkeit, die man beinahe greifen kann.

Mit „Im Bett verhungern“ fängt das Set an und es braucht keine Sekunde, bis die Crowd volles Rohr dabei ist. Das verwundert denkbar wenig, läuft doch gefühlt jeder zweite Konzertbesucher im Milliarden-Sweater umher. Apropos treue Fans: Die erste Reihe bestand aus einem Trupp, der der Band auf (soweit ich mich an ihre Erzählungen erinnern kann) allen Terminen hinterhergereist ist. Und seien wir ehrlich: Übers Album „Betrüger“ mag man sich streiten können, aber live sind sie eben eine Macht, die all das rechtfertigt.

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Im Verlaufe des Sets wird jeder Song abgefeiert. Die Crowd hat richtig Bock auf diesen Tour-Abschluss. „Milliardär“ und „Marie“ vervollständigen das Songtrio zum Anfang. Anschließend folgen 15 weitere Songs voller Ekstase, in denen sich Band und Publikum immer weiter vorantreiben. Da können es auch verhältnismäßig ruhigere Songs sein, wie „Schall und Rauch“, welches gegen Mitte des Sets gespielt wurde – dieses Publikum hat einfach unwahrscheinlich viel Bock!

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Irgendwann ist dieses Konzert dann doch vorbei. Sicherlich: Die euphorische Energie von Ben, die des Öfteren in wahnwitzigen Aktionen resultiert, fehlt ein wenig – dafür hauen sich Johannes und Co. aber nur noch stärker ins Zeug, als ohnehin schon. Das wiederum wirkte und machte den Abschluss ihrer Betrüger“-Tour zu einer einzigen, riesigen Fete!

Zwar mag die erste „Betrüger“-Tour nun vorbei sein, allerdings ist das natürlich noch nicht das endgültige Ende. Zwei Dinge haben nämlich Beständigkeit: Dass das nächste Jahr kommt und die nächste Tour ebenso. Ab März 2017 sind sie daher wieder auf umfangreicher Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz – die Tourdaten findet ihr unten.

Milliarden auf Betrüger Tour 2017

  • 02.03. – DE: Wiesbaden, Schlachthof
  • 03.03. – DE: Konstanz, Kulturladen
  • 04.03. – CH:Solothurn, Kofmehl
  • 09.03. – DE: Kiel, Orange Club
  • 10.03. – DE: Hannover, Musikzentrum
  • 11.03. – DE: Potsdam, Waschhaus
  • 16.03. – DE: Berlin, White Trash
  • 17.03. – DE: Dresden, Groovestation
  • 18.03. – DE: Erfurt, Museumskeller
  • 19.03. – DE: Nürnberg, MUZclub (ausverkauft)
  • 23.03. – DE: Hamburg, Knust
  • 24.03. – DE: Osnabrück, Kleine Freiheit
  • 25.03. – DE: Köln, Luxor
  • 30.03. – DE: Leipzig, Werk 2
  • 31.03. – DE: Düsseldorf, Zakk
  • 01.04. – DE: Warendorf, iFAN Musik Festival
  • 20.04. – DE: Ulm, Roxy
  • 21.04. – AT: Dornbirn, Dynamo Festival
  • 22.04. – DE: Würzburg, Posthalle

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