Minipax

Foto: Hannes Höchsmann

Kraftvoller Punkrock mit wichtigen (und parolenfreien) antifaschistischen Botschaften gefällig? Dann sei euch die Band Minipax ans Herz gelegt, die jüngst ihre erste EP „1984“ via Subzine Records und Uncle M veröffentlicht haben. Die fünf Bandmitglieder aus Bayern und Österreich waren zuvor jahrelang in verschiedenen Punk-Bands, wie Cashless, AmDamDes und Antismart aktiv. Einerseits sind sie in der Szene also keine Unbekannten, andererseits treffen hier verschiedene Punk- und Hardcore-Stile aufeinander, was wiederum einen spannenden, druckvollen Stil verspricht.

Minipax - 1984

„1984“ – der Name der EP beruht übrigens auf George Orwells gleichnamigem Werk – soll eine Momentaufnahme der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in Bezug auf Orwells düstere Schreckensszenarien sein. Das klingt natürlich interessant und ist auch eine bewusst hochgegriffene Formulierung; jedoch weiß die Band dies mit gelungenem Punkrock zu unterfüttern, der großes Zukunftspotential verspricht.

Die EP beinhaltet fünf Songs, der Opener „Mundtot“ beginnt etwas untypisch mit einer Akustikgitarre, wird jedoch schnell vom temporeichen Licks und einem druckvollen Riff abgelöst. Sänger Niki geht dieses Tempo mit und bringt die Texte schnell, aber immer klar und verständlich rüber. Das ist auch nötig, denn die Botschaften, die sie transportieren, wollen gehört werden.

„Vergessen“ thematisiert beispielsweise den rechten Abschaum, die einerseits vor ausgelöschten Kulturen warnen und andererseits brennende Flüchtlingsheime bejubeln. Wenn Menschenleben geringer priorisiert werden, als eine vermeintliche Kultur, läuft eindeutig etwas falsch. Geschichte wiederholt sich und eigentlich sollte man daraus lernen. Im Endeffekt bringt es die Textzeile „Leben und leben lassen“ einfach, aber treffend auf den Punkt.

Musikalisch gibt es hier Punkrock zu hören, wie er im Buche steht: Temporeich, kompromisslos, druckvoll, treibend und irgendwie eingängig. Dazu gesellen sich hymnistische Refrains. Wenn die gesamte Band in „Dann geh“ den Chorus sind, klingt das schlicht und ergreifend beeindruckend und mitreißend:

Dass ein Herz nicht brechen kann
Und trotzdem tuts weh
Wenn Du nicht anders kannst
Bitte ja bitte dann geh

Minipax – Dann geh

„1984“ ist eine kurze, aber umso vielversprechendere Punkrock-EP szeneerfahrener Leute. Die Musik geht nach vorne, die Texte sind auf den Punkt genau treffend und vor allem live dürfte das Ganze zweifellos hervorragend funktionieren. Man darf also gespannt darauf sein, was in näherer Zukunft von der Band kommen wird. Der Grundstein ist zumindest schonmal gelegt.

Minipax: Tourdaten

  • 27.02. – DE: Landshut, Alte Kaserne
  • 05.03. – DE: Abensberg, Gleis 1 (Punk meets Metal)
  • 07.03. – DE: München, Feierwerk
  • 18.03. – DE: Burglengenfeld, JUZ
  • 22.04. – DE: Passau, Freiraum
  • 30.04. – DE: Dachau, Freiraum
  • 07.05. – DE: Triftern, Poststuben
  • 20.05. – AT: Salzburg, Markussaal
  • 27.-28.05. – AT: Wien, Viper Room (Ashes Festival)

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