Fotos: Lisa Ostheimer, Noisiv.de

Fotos: Lisa Ostheimer, Noisiv.de

Bei der Masse an Konzerten, die ich besuche, kann man zugegebenermaßen schon mal leicht den Überblick verlieren. Doch das Konzert der Crystal Castles, so viel war mir bereits zuvor bewusst, wird aus der Masse herausstechen. Nicht nur, weil es kein typisches Indie-Rock-Konzert ist, sondern weil ich aus Erfahrung sagen kann, dass die Konzerte dieser Band starker Tobak sind. Laute Bässe und durchgehendes Strobo-Licht sind vorprogrammiert, so viel vorweg.

Im vierten Stock des Bunkers angekommen warteten bereits einige Fans der Band. Ungelogen erkannte man einige der Crystal-Castles-Fans direkt an ihrem Auftreten. Maßstab des Stylings war offensichtlich das Aussehen der ehemaligen Sängerin Alice Glass, die 2014 die Band verlies. Mit einem um 15 Minuten verspäteten Einlass öffnete das Uebel und Gefährlich seine Türen. Die Fans stürmten in die erste Reihe!

Crystal Castles

Drinnen angekommen lief ziemlich guter Elektro, was dem DJ, der sein Pult auf einer Erhöhung rechts vor der Bühne aufgebaut hatte, zuzuschreiben war. Der zur Hälfte abgehängte Club füllte sich schnell und die Stimmung wurde durch den DJ angeheizt. Die Vorband Guidance ließ dann nicht mehr lange auf sich warten und betrat die Bühne. Das Dreiergespann mit einem ziemlich verrückten, aber sehr sympathischen Sänger im Skelettkostüm waren ab ihrem ersten Song sehr präsent.

Der elektronische Sound der Band mit im Vordergrund stehendem Gesang kam gut bei den Konzertbesuchern an und Sänger Stefan Pruett stürmte während den Songs in die Menge, um mit den Menschen zu tanzen und zu feiern. Beim letzten Song von Giudance tanzten selbst die Konzertbesucher in den letzten Reihen und er ließ es sich nicht nehmen in der Crowd zu surfen. Was für eine energiegeladene Band!

Crystal Castles

Spätestens nach der Vorband wurde das herrschende Rauchverbot gekonnt ignoriert. Leider legte der DJ nicht erneut auf, es kamen lediglich lieblos zusammengewürfelten Rocksongs aus den Boxen. Meiner Meinung nach ein Stimmungskiller. Doch als Crystal Castles auf die Bühne kamen, war davon nichts mehr zu merken. Durchgehend Strobo und fette Bässe waren bereits im ersten Song Programm.

Das Set der Crystal Castles bestand aus neuen und alten Songs, unterbrochen von kleinen DJ-Sets der Band, die dem Ganzen noch einmal einen besonderen Kick gaben. Hatte man sich erst einmal an das Strobo-Licht gewöhnt, konnte man Sängerin Edith Frances sehen, wie sie sich zwischendurch immer wieder ganze Flaschen Wasser über den Kopf kippte. Kein Wunder, so wie sie sich durchgehend zur Musik bewegte.

Das Konzert der Crystal Castles war eine fette Party mit einer stark spürbaren Energie, die sich auf direktem Wege von der Bühne auf die pogende Menge übertrug. Als Edith Frances zur Zugabe ihr Outfit wechselte und in einem zugegebenermaßen in dem Licht leicht gruselig wirkendem weißen Nonnengewand erschien, flippten die Menschen komplett aus! So eine Stimmung erlebt man selten bei Konzerten.

Nach einigen Zugaben und insgesamt anderthalb Stunden geballter Power von den Crystal Castels erschien es fast unwirklich in die normale Welt zurückzukehren. Ethan Kath und Edith Frances haben es geschafft die Menge in ihre ganz eigene Sphäre mitzunehmen und komplett einzuhüllen – Wahnsinn! Ein großes Lob gebührt auch dem Drummer, den die Band für ihre Gigs dabei hat. Sein Drum-Solo hat mich definitiv von den Socken gehauen!

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