Monographic

Punk lebt – das sollte inzwischen wirklich jeder verstanden haben, der sich mehr oder minder für Musik interessiert. Punk lebt sogar so sehr, dass es inzwischen die verschiedensten Stil-Diversifikationen gibt. Eine bunte und sehr interessante Mischung aus Post-Punk, Wave und Neo-Psychedelia kommt beispielsweise von der Hamburger Band Monographic, die vor kurzem ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten.

Monographic - ST (Album-Cover)

Diese drei Genre-Bezeichnungen fassen den Sound von Monographic recht gut zusammen. Die Songs sind allesamt sehr atmosphärisch, räumlich und verträumt gehalten. Die Gitarren drängen sich mit sattem Reverb in den Vordergrund, die Drums peitschen die Songs stetig und aufgeregt nach vorne. Darüber liegen die eindrucksvollen Vocal-Performances von Sänger und Gitarrist Björn Ullmann, die stets ganz nach oben wollen.

Der Grundtenor des Monographic-Sounds ist also klar und für ein Debütalbum, auf dem sich eine Band typischerweise erstmal ausprobiert, wirken die Songs sehr stringent. Sie wussten genau, welchen Sound sie erreichen wollten, das merkt man dem Erstling deutlich an. Jedoch – und das muss dringend betont werden – ist dieser weit davon entfernt, nach einiger Zeit langweilig zu werden.

Jeder Song hat seine eigenen Details und Eigenheiten, die diesen dann jeweilig hervorheben. „Before the Night“ beginnt beispielsweise bedrohlich wirkenden Drums, zu denen sich eine drückende Bassline und atmosphärische Soundscapes gesellen. Immer wieder variieren Monographic zudem in ihren Tempos. „Never Smile“ wird von fixen Gitarren-Riffs und scheppernden Drums geprägt, der Closer „Ballade“ hingegen ist ein sehr ruhiger und zurückgenommener Song.

Erfreulich ist ebenfalls, dass die Psychedelia-Elemente allgegenwärtig sind und viel vom Reiz der Gruppe ausmachen.„Stranded Deep“ ist ein Paradebeispiel dafür. Schließt man die Augen, fühlt man sich in andere Sphären versetzt. Die Musik erfordert ihren Raum innerhalb der Aufmerksamkeitsspanne des Hörers und wenn sie diesen bekommt, kann sie ihren Reiz voll entfalten.

Das Selftitled-Album von Monographic bietet abwechslungsreiche, sphärische und detailverliebte Musik, die irgendwo zwischen den Genres liegt und in einer recht eigenen und sehr einnehmenden Mischung mündet. Hier tut sich eine Band hervor, die den Hörer fürs Erschforschen neuer Musik mit einem fesselnden Album belohnt!

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