Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Monster Magnet ist eine der Bands, bei der Kindheitserinnerungen in mir hochkommen, schließlich bin ich mit ihrem psychedelischen Stoner-Rock in meinen Ohren aufgewachsen. Einen Fehler hatte meine Fan-Vita aber bis zuletzt inne, denn live habe ich die Band um Frontmann Dave Wyndorf bisher nicht gesehen.

Das wiederum änderte sich allerdings jüngst mit ihrem Konzert im ausverkauften Hamburger Gruenspan. Selten war ich in den letzten Jahren vor einem Konzert so angespannt, wie vor diesem, denn ein solches Erlebnis hat man auch dann nur selten, wenn man mehrmals pro Woche Konzerte erlebt.

Als Support waren Powder for Pigeons an Bord, die wunderbar in diesen Abend hineinpassen sollten. Man sagt ja gerne, dass Bands mit weniger Musikern lauter sind und das trifft auf das Duo definitiv zu. Ihr Sound ist fuzzy, rough und geht volles Rohr nach vorne. Sänger und Gitarrist Rhys hat eine ausgeprägte Bühnenpräsenz und zieht die Meute im Gruenspan schnell auf seine Seite, während Drummerin Meike ihr Drumset regelrecht verprügelt.

All das endete in einem Stagedive von Rhys am Ende des Sets – wohlgemerkt vom Support-Act! Powder for Pigeons haben voll ins Schwarze getroffen und bereits hier konnte man die Luft zersägen, die Temperatur glich einer Sauna. Das sollte sich bei den nun folgenden Monster Magnet selbstredend nicht wieder ändern.

Monster Magnet kamen also auf die Bühne, legten direkt mit „Dopes to Infinity“ los und sofort war alles Feuer und Flamme für das, was da auf der Bühne passierte. Wyndorfs Bühnenpräsenz ist schlichtweg unglaublich, was vor allem an seiner ausgeprägten Gestik liegt. Er zieht alle Aufmerksamkeit auf sich – ein Frontmann, wie er einfach im Buche steht.

Selbstverständlich stieg die Temperatur im Gruenspan noch weiter, bis sie ein unmenschliches Niveau erreichte – ein Indiz dafür, wie sehr Monster Magnet bei der Crowd ankamen. Das wiederum lag wohl insbesondere an der Setlist, die sich vor allem aus älteren Songs der Alben „Dopes to Infinity“ und „Powertrip“ zusammensetzte – ganz offensichtlich Fanservice vom Feinsten, der aber eben auch entsprechend gut bei der Crowd ankam, die die Band dafür richtig abfeierte.

Monster Magnet live zu sehen, ist  – zumindest gemessen am Auftritt im Gruenspan – ein Erlebnis, das durchaus im Kopf bleibt. Eine Art Zeitreise, die zwar leider etwas kurz ausfiel, dafür aber trotzdem ein schönes Erlebnis lieferte. Wyndorf und seine Mannen haben es eben auch im Jahr 2017 noch drauf und bringen selbst den Beweis dafür, dass sie die beiden zuletzt veröffentlichten Neuinterpretationen der ohnehin noch nicht allzu alten Alben wirklich nicht nötig haben.

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