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Ich kenne nicht viele Blaskapellen, aber diese hier ist meine Liebste: Moop Mama. Das bajuwarische Zehngestirn treibt sein Unwesen bereits seit sieben Jahren auf diversen Bühnen deutschlandweit. Genau genommen seit dem Aus des Hip-Hop-Trios Creme Fresh. Aber das ist längst ein alter Hut. Zeit für etwas Neues. Willkommen in „M.O.O.P.topia“!

Ich habe schon vergessen, wie häufig ich die Band um Rapper Keno bereits live gesehen habe. Sei es noch so oft gewesen – langweilig wurde es nie. Wer schon einmal „I Like The Way You Move“ in einem Urban-Brass-Kontext hören durfte, weiß wovon ich rede. Kein Wunder also, dass die Jungs bereits Jan Delay oder Fettes Brot auf Tour begleiten durften.

Nun haben Moop Mama haben ein neues Album und das ist einsame Spitze. Ihre Tourneen mit den oben genannten Größen haben anscheinend Eindruck hinterlassen. Die Songs schreien schon fast nach den Main Stages der hiesigen Festivals. Dem spannungsgeladenen Intro folgt bereits die Single „Erfindung des Rades“.

Dann tönt direkt der erste Live-Knaller aus den Boxen. „Alle Kinder“ featuret Jan Delay und macht so richtig Spaß. Mitsing-Refrain und am Ende sogar Kinderchor – grandios!

Alle Kinder mögen alle Kinder,
Außer Lisa – Die mag Pegida.
[…]
Alle Kinder suchen gerne Ostereier,
Bis auf Gül – Die sucht Asyl.

Moop Mama feat. Jan Delay – Alle Kinder

Es folgt verplanter Reggae („Alle Blumen“), treibender Hip-Hop („Typ*Ische Verhältnisse“ mit einem bestens aufgelegten Blumentopf) und Traumhaftes, das man vielleicht sogar als Soul bezeichnen könnte („Insel“ mit Flo Mega). Wie auch immer: Moop Mama halten die Zügel stets fest in den Händen. Die Ausflüge wirken nicht erzwungen, sondern sind legitimes Stilmittel. Der Sound der Band klingt eh zu eigen, als dass sie Gefahr laufen würde diesen zu verlieren.

Sehr geehrter Herr der Lage,
ich schreibe ihnen, weil ich eine Beschwerde habe.
Ich wohne in einer Stadt in einem Haus in einer geteerten Straße
irgendwo zwischen Kraftwerk und Kläranlage
und es läuft nicht rund bei uns auf der Etage.

Moop Mama feat. Megaloh – Herr der Lage

Keno fährt mit dem Bus, weil er nicht gern steht und balanciert „auf dem Gipfel der Dekadenz“. Er legt die Schwächen der Gesellschaft offen ohne mit dem Zeigefinger zeigen zu müssen. Es gibt wohl wenige MCs, die ähnlich gut rappen und ihre Message (eine überaus gute noch dazu) so wortgewandt, gewitzt und on point rüberbringen können.

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Foto: Lena Semmelroggen

Mit „M.O.O.P.toopia“ liefern Moop Mama die unterhaltsamste und mitreißenste Scheibe ihrer Karriere. Eine Scheibe, die wie aus einem Guss klingt und verdammt viel Spaß macht. Wir sehen uns demnächst auf den Bühnen des Landes!

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