Morudes

Foto: Illusion Photography

Sie stammen aus Oslo in Norwegen und machen seit Anbeginn ihrer Zeit gemeinsam Musik: Amund und Henrik Maarud alias Morudes. Nun veröffentlichen die beiden Brüder ihr Debütalbum „Sinister Beat“, ihre Musik beschrieben sie als psychedelischen Desert-Rock. Hier wurden meine Ohren hellhörig. Atmet die kalifornische Wüste, in der Bands, wie Yawning Man, Ende der 80er den Desert-Rock begründeten, durch die neun Songs hindurch? Merkt man ihnen die weite Leere des Nichts an, aus der damals alles gemacht wurde?

Morudes - Sinister Beat (Album-Cover)

Der Sound von Morudes ist jedenfalls ein sehr reduzierter: Gitarre, Drums und der Gesang von Amund – mehr benötigen sie nicht und mehr wäre hier auch absolut unnötig. Bereits beim Opener „A House Where Love Is Gone“ zeichnet sich vor dem inneren Auge die ewig weite Landschaft, auf der man im Cabrio den Highway herunterrast und exakt diesen Song hört. Psychedelisch anmutende Riffs, eine hypnotisierende Hook und viel Zeit (über fünf Minuten), in denen sich der Song grenzenlos ausbreiten kann. Hier wird bereits klar: Auch Norwegen kann „Wüste“.

Dieses besondere und trockene Gefühl zieht sich durch weite Strecken von „Sinister Beat“. Sei es nun der schwergängige und klappernde Blues in „Need Another One“ oder die neunminütige Achterbahn in „True Love“. Tracks, wie diese, bieten gleichzeitig eine authentische Tiefe, jedoch ebenfalls eine gewisse Zugänglichkeit, ohne dabei in Beliebigkeiten zu verfallen. Eine Gratwanderung, die allzu oft schief läuft, hier aber vollends glückt.

Morudes können aber auch etwas anders: „The Crown“ zeichnet sich beispielsweise vor allem durch das überschwängliche Tempo aus und erinnert streckenweise an die früheren Black Keys, als deren Musik noch nicht weichgespülter Radio-Mist war. „Sinister Beat“ bietet durchaus Vielfalt in den Sphären, in denen sie sich bewegen.

Mit ihrem Debütalbum haben Morudes es geschafft, die kalifornische Wüste in ihrer Interpretation des Desert-Rock einzufangen und dem Ganzen auch noch eine eigene Note aufgesetzt. Während viele Desert-/Stoner-Bands lediglich wie eine schlechte Kopie der US-Originale wirken, ist „Sinister Beat“ ein ganz eigenes Tier, das seine Zähne nicht nur fletscht, sondern auch kräftig zubeißt.

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