Danny Brown - The Exhibition Tour 2016

Fotos: Babak Kidney für noisiv.de

In die „Zone“ oder auf die Spur zu kommen, ist in der Regel nicht immer ganz einfach auf Konzerten. Das richtige Getränk, eine spannende Setlist, dröhnende Beats und die positiven Vibes: Faktoren, die sich nicht immer an einem Ort zusammenfinden lassen. Beim Hamburg-Gig von US-Rapper Danny Brown und seinem Support ZelooperZ sollte fast alles davon zutreffen.

ZelooperZ - Live in Hamburg!

Zuvor gab es erst einmal viel aus der Support-Front zu bestaunen. Der Tour-DJ versorgte das wachsende Publikum im Uebel & Gefährlich zunehmend mit aktuellen Tracks von 21 Savage oder Death Grips, ehe mit ZelooperZ ein Mitglied aus dem Detroiter Hip-Hop-Kollektiv Bruiser Brigade, dem auch Hauptact Danny Brown angehört, auf die Bühne kam. Interessanterweise betätigt sich ZelooperZ auch als wundervoller Zeichen- und Malkünstler, wovon man sich für läppische 200 Kröten am Merchstand auch selbst überzeugen konnte.

Kunst des US-Rappers ZelooperZ am Merchstand in Hamburg

Aber oh boy: soviel Witz und Feingefühl für das Publikum hatte ich nun wirklich nicht kommen sehen. Während vereinzelte Fans die Lyrics des aufstrebenden Rappers mitgerappt haben, machte ZelooperZ sich einen Spaß aus dem Support-Gig. Mehrfache Interaktionen mit den Fans, Comedyeinlagen und spezifische Tanzinstruktionen, machten seine Show zur unterhaltsamsten Support-Show die ich dieses Jahr erleben durfte.

ZelooperZ - Live in Hamburg!

Bevor ich nun zum Main Event des Abends komme, sei eines Vorweg gesagt: ich habe mich ein Stückweit in die aktuelle Danny Brown-Platte „Atrocity Exhibition“ verliebt! Dieses kleine Geständnis war auch der Hauptmotivator für mich, vergangenen Dienstag das Konzert des US-Rappers zu besuchen. Gespielt hat er aus der Platte jedoch nur vier Tracks, allen voran den aktuellen Überhit „Really Doe“, welchen er zusammen mit Kendrick Lamar, Ab-Soul und Earl Sweatshirt auf dem Weg gebracht hat.

Danny Brown looks into the camera

Er ließ mich trotzdem nicht in Stich: die Mehrzahl der Setlist speiste sich aus Songs aus den älteren Platten „XXX“ und „Old“. Songs wie „Die Like A Rockstar“ oder „Dip“, für die andere Rapper über mehr als nur eine Leiche gehen würden. Der Abend hangelte sich durch Klassiker wie „Lie4“, „Adderall Admiral“ oder „Bruiser Brigade“ (allesamt aus „XXX“), das Publikum zeigte sich mit Moshpits und Chören mehr als dankbar. Im Übrigen: Auch ZelooperZ sollte später im Pit noch einmal vorbeischauen.

Der fantastische Abend im Hamburger Club kröhnte sich natürlich auch selbst: „Grown Up“ ließ sogar auch das ruhige Publikum aus der ersten Reihe mitgehen, „Pneumonia“ aus der aktuellen Platte sollte das knapp 20-Songs starke Set beenden. Brown hat mich fasziniert zurückgelassen: ein stilsicherer Mann, der genau zu wissen scheint, dass es wahrscheinlich besser war, die schweren Songs seiner aktuellen Platte im Koffer zu lassen. Inzwischen weiß ich: es war die richtige Entscheidung – und definitiv nicht mein letztes Konzert von ihm.

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