Das Sextett um Musiker, die bereits mit Größen wie Nick Cave oder Mick Jagger für Gigs und Studioaufnahmen zusammenarbeiteten, hat sich wieder einmal aufgemacht, uns in eine Traumwelt aus Indie Folk mitzunehmen. „Constellations“ heißt die dritte Platte der Briten, am 27. Februar geht die Reise los.

constellations

„It will be a glorious year, I can feel it in my fingers!“ So starten die Moulettes in ihr neues Werk und geben dem noch jungen Jahr gleich mit ihren malerischen Melodien einen frischen, positiven Anstrich. Schon auf den ersten Songs machen sie klar, wie gut sie streicherlastige Songkontrukte, die im besten Sinne medieval angehaucht sind, mit modernen, satten Bass- und Drumsounds zu kombinieren wissen. Das thriller-artige „Lady Vengeance“ wartet mit geradezu dubstep-esken Basslines auf, gepaart mit einem gewohnt komplexen Songgebilde, auf dem die Streicher pompös wie verspielt zeigen, was sie können. Und die Moulettes können so einiges – die sechs Mitglieder sind teils Autodidakten, teils klassisch ausgebildet und allesamt virtuos.

So gibt es auch vollkommen klassisch orchestral instrumentierte Songs wie „The Night is young“. Einige der Stücke könnte man, wären sie eine Nuance edgier, auch Amanda Palmer und ihren alten Dresden Dolls zuschreiben. Zugegeben – von Edgyness sollte man sich beim Hören des neuen Moulettes-Albums trotz der Wobblebass-Momente verabschieden. „Constellations“ ist mehr Narnia als London, und so geht es dann auch in den Lyrics gerne mal um den „Secret Garden“ und dergleichen. Alle Songs tragen ein Gewand mittelalterlichen Stils, das mal mehr, mal weniger zur Schau gestellt wird. Darauf muss man sich einlassen können – und wer das tut, wird mit einer ganzen Menge überraschender Wendungen im Soundbild belohnt. So ist „The Observatory“ erst duster, reift dann zum hymnischen Uptempo-Ritt heran und läuft im C-Teil so aus dem Ruder, dass sich kurz vor Schluss sogar Jazz einschleicht in „Constellations“.

Diese dritte LP zeigt ein weiteres Mal, dass die Moulettes richtig viel können und alles dürfen – außer, nebenbei gehört zu werden. Denn dieses Album ist so vielseitig und durchdacht, dass man sich damit auseinandersetzen muss, um den Zauber zu spüren, der in ihm steckt. Eine richtig spannende Platte von einer einzigartigen Band.

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