Ökonomisches Prinzip:
-Wikipedia sagt: Mit möglichst wenigen Mitteln (Input) ein bestimmtes Ziel (Output) erreichen.
-Ich sage: Schnapp dir deinen Bruder, schmeiß den Bassisten raus, bevor du überhaupt einen  suchst (für die meisten Metal-Bands und viele andere Musiker eine Offenbarung), zersäge deine Tonabnehmer, halbiere die Anzahl der Saiten deiner Gitarre, schaff dir erst gar keine teuren Effektgeräte an und sing gleich selbst. Spar dir den Gesangsunterricht, schraube unnötige Mechanik deiner Gitarre heraus und verschmähe den Friseur. Aber ab und an eine amtliche Orgel – die muss sein!

Zugegeben; rollende Steine brachten die Revolution ins Rollen, Pilze sind seit den Beatles eher Randsache und trockener als die Wüste kann man eigentlich auch nicht klingen, doch da knüpfen JEFF the Brotherhood erst an. Wie eingangs erwähnt, benutzen die Jungs einfach nichts, um amtliche Klangwände zu erzeugen. Gitarre, Schlagzeug, Verstärker (um den nervigen, sich stets in den Vordergrund bewegenden, beim Schreibprozess entweder nur vorhandenen, oder störenden Bassisten zu ersetzen, wurde ein Bassverstärker angeschafft, der mit der Gitarre bespielt wird) und eine Stimme, das ist alles, was man braucht um Rhythmen, Melodien und Inhalte zu erschaffen; und is billig.

Aber ganz so leicht sollte man die Jungs nicht abschreiben, denn so wenig sie technisch einsetzen, umso erfrischender klingt das muffige Ergebnis. Wer sich auf drei Saiten beschränkt und nicht langweilig klingen will, der wird zu einfallsreichen Riffs animiert, wer sich auf beats per minute herablässt, die den Herzschlag unterbieten, der hat Zeit für Betonung und ne Menge Ungeahntes. Sie lassen sich als eine Tinktur aus Roling Stones, Nirvana, der kompletten Stonerrockszene, The Clash… ich könnte die Liste endlos weiterführen, aber unterm Strich sind es erkennbarerweise JEFF the Brotherhood.

Der Name kommt nicht von ungefähr, so heißen beide nicht Jeff, sind aber Brüder. Sie heißen Jake und Jamin und sind die Söhne des Singer/Songwriters Robert Ellis Orral. Von diesem scheinbar in der Garage aufgezogen (haha, Garage..rockt?), haben sie die Intrumentalparts für „Leck mich im Arsch„, ein Rearrangement des Mozartklassikers durch die Insane Clown Posse, besser bekannt als die Insane Clown Pussies, die einst Rindfleisch (Beef) mit EMINEM hatten, eingespielt und veröffentlichen seit 2002 fleißig Tonträger.

Es wird aktuell etwas wärmer und die ersten Bands für das Stoned from the Underground werden gelistet, und ich werde nostalgisch. Und um abschließend nochmal für die Jungs aus Nashville, Tennessee (kommt schon.. ) zu werben:

Wie fett wäre es, wenn es nun 40°C im Schatten wären, die Jungs mit ihrer Musik die Luft mit ihrer Musik trocken staubten – von Körpern will ich nicht reden -, die Sahne tonal cremig spielten und ich beim Abgehen mein Getränk ohne Verlust in der Hand halten könnte?! Richtig; trotz 2012 eine absolute Empfehlung für Freunde alter Tage, cremiger, scharfer, trockener Wüsenmusik, dem ökonomischen Prinzip und für Leute, denen der Bassist schon immer egal war. Ich jedenfalls bin hinundhergerissen, ihr solltet es einfach mal gehört haben!

Stellt den Naturjoghurt kalt, schneidet das Weißbrot zurecht, here comes the Brotherhood.