Muso - Amarena (Album-Cover)

Pünktlich zum Spätsommer bringt Eismann Muso mit „Amarena“ das Nachfolgewerk zu „Stracciatella Now“. Ich habe reingehört und mir hat das Produkt vorzüglich geschmeckt.

Die Musik ist im Gegensatz zum Erstlingswerk stringenter und weniger hektisch ausgefallen. Einzelne Songs oder Zeilen herauszupicken ist fast unmöglich oder zumindest unfair gegenüber dem Künstler. Sinn macht das alles vor allem im Kontext.

Dennoch muss man „Amarena“ nicht als Gesamtwerk sehen: Man kann sich herrlich auf die Wortwahl und die Reimschemata stürzen, die Sprache analysieren und auch beim dritten Hören immer noch Neues finden. Irgendwann entdeckt man die inhaltliche Ebene und dechiffriert die Geschichten, die so elegant erzählt werden.

Im Duett mit den Instrumentalen erschafft der Quasi-Heidelberger seine ganz eigene Form von deutschem Hip-Hop. Die klingt manchmal sperrig und erfordert mehr als bloß ein Ohr, doch macht ganz schön viel Spaß. Das ist kein Aldi-Eis, sondern Eiscreme für Könnern. Nicht so unmöglich süß, sondern mit genau der richtigen Prise Salz, die das ganze so verführerisch macht. Ich schweife ab…

Und: Es gibt ein Xavier Naidoo-Feature. Das ist musikalisch eine Bereicherung, hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack im leckeren Gelato. Muso gehörte vor einem knappen Jahr zu denjenigen, die die Entscheidung, den Sänger doch nicht zum ESC zu schicken, kritisiert hatten: „Deutschland shame on you […] #‎teamxavier‬“. Zu den Aussagen des Sängers (Hier unser Kommentar dazu) verlor aber auch Muso kein Wort.

Ein starkes Album bleibt „Amarena“ dennoch. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Alben und werfen mal die Sorten „Salz und Karamell“ sowie „Franzbrötchen“ in den Ring. Falls Muso Lust auf eine Eisdielen-Führung durch Hamburg hat, stehen wir an dieser Stelle natürlich zur Verfügung. Bis dahin erst mal guten Appetit bei „Amarena“!

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