Die junge Band Naked Cameo hat vor kurzem ihr spannendes Debütalbum „Of Two Minds“ herausgebracht. Dabei bewegt sich das Quartett zwischen Pop und Electro – und das erstaunlich souverän. Zwischen kratzigen Synths und treibenden Drums tauchen immer wieder diese Melodien auf, die das Album zu etwas ganz großem machen.

Erschienen ist „Of Two Minds“ auf Gerards Label Futuresfuture, von dem wir ja eh bereits Fan sind, und folgerichtig sind Naked Cameo keine Band aus dem hippen Kreuzberg oder Wedding, sondern kommen aus Wien, bzw. sogar Oberösterreich. Produziert wurde die Platte von Marco Kleebauer, der selber ziemlich gute Musik mit Leyya macht. Das läuft bei wikipedia.de unter Trip-Hop, aber Kleebauers Handschrift ist dennoch bei beiden Projekten zu erahnen.

Im Gegensatz zu Leyya sind Naked Cameos Songs aber luftiger und leichter. Die musikalische Idee ist großartig umgesetzt. Zum einen sind die Drums ziemlich organisch abgemischt, agieren selten im Vordergrund und werden häufig um Claps und Percussions ergänzt. Zum anderen sind die verzerrten Akkorde aus dem Synthesizer präzise und effektiv gesetzt und erlauben Pausen (da ist mein Musiktheorie-knowledge aber auch schon aufgebraucht).

Unglaublich verspielt und abwechslungsreich sind die 13 Tracks arrangiert. Das Spektrum reicht von energiegeladenen Songs wie den bereits als Singles bekannten „Coming For Me“ oder „Luddite“, bis hin zu entspannteren Nummern wie „Son House“, dem ersten Song der Platte und einem meiner Favoriten (die Line mit dem Gemurmel finde ich super). Mit „Clueless“ ist ein extrem funkiger Track dabei, der mit Sicherheit auch Bilderbuch gut zu Gesicht stehen würde. Apropos: Bilderbuch, Naked Cameo, Wanda. Das klingt doch eigentlich ganz harmonisch.

Sänger Lukas Maletzky scheint zwar kaum solch eine schillernde Persönlichkeit wie Maurice oder Marco zu besitzen, was Stimmfarbe und Ausruck angeht muss sich Lukas aber kaum vor den anderen beiden verstecken.

Ich bin ziemlich angetan von „Of Two Minds“ von Naked Cameo. Ganz besonders von der Einzigartigkeit, die das Quartett mitbringt. Dass das Debütalbum darüberhinaus auch noch so rund und top produziert klingt, mal ganz abgesehen.

Beitragsbild: Gabriel Hyden

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