Narcplatic

Skatepunk, das war doch damals, als Millencollin, Lagwagon und Anti-Flag noch richtig cool waren. Anfang der 90er Jahre erlebte diese Musikrichtung wohl ihren Höhepunkt. But Punks not Dead! Lagwagon und Millencollin sind von den Festivals nicht wegzudenken und erleben gerade ein Comeback. Auch NARCOLAPTIC haben sich den Skatepunk auf die Fahne geschrieben.

Die Band NARCOLAPTIC gibt es offiziell seit 2006, in der heutigen Formation sind sie allerdings erst seit ungefähr zwei Jahren unterwegs, aber wer weiß das schon so genau…

Don ist Sänger und Basser der Band und von Anfang an dabei, nachdem zwei ehemalige Mitglieder ausgestiegen sind, kamen Manu (Gitarre) und Marlon (Drums) dazu.

Die Musikrichtung ging zu Beginn eher in Richtung Punkrock, wobei Skatepunk und Punkrock nun nicht so weit auseinander liegen. Marlon allerdings wurde mit der Beschreibung „Hardcore“ in die Band gelockt. Das mag daran liegen, dass sich NARCOLAPTIC live ein wenig anders anhören als auf Platte. Lauter, stärker, härter. In manchen Songs, wie „In Between the Lines“ sind zudem Ska-Einschläge zu hören. Ein buntes Potpourri an Punk, welches sich auf jeden Fall hören lassen kann!

Narcolaptic

Ein Problem, das sich allerdings heraus stellt, ist, dass die Skaterpunk-Szene in Deutschland leider nicht so groß bzw. so bekannt ist, wie beispielsweise in den USA. Die großen Bands wie NOFX oder Rise Against kennt natürlich jeder und diese würden selbstverständlich auch die großen Hallen füllen. Don sieht das Problem eher darin, dass viele Fans dieses Musikgenres eher ungern auf kleine Konzerte gehen. Zudem meint Marlon: „Die Vermarktung von so einer Musik in Deutschland ist echt schwierig, es ist Spartenmusik, ganz klar, und die Hochzeit von Punk-Rock ist einfach vorbei.“

Vorbei sind definitiv die Zeiten von Tony Hawk und American Pie, die Skaterpunk erst populär gemacht haben. Aber wir kennen das: Alles, was irgendwann mal hip war, kommt wieder. Ich hoffe auch der Musikgeschmack der Jugend von heute.

Hinzu kommt ein weiteres Manko welches man derzeit in Hamburg beobachten kann. Die gute alte Cobra Bar, in der die Jungs ihr Release-Konzert im Januar gespielt haben, hat dicht gemacht.


Was bedeutet das für die Szene?

Marlon: Abgesehen von Konzerten, war die Cobra Bar einfach ein Treffpunkt für viele Leute, die sich in dieser Szene bewegen. Und umso weniger Läden es gibt, in denen sich die Szene treffen kann, umso mehr geht die Szene auch kaputt.


Jeder, der nach Hamburg kommt und gute Musik zu schätzen weiß, dem wurde als allererstes die Cobra Bar gezeigt. Gerüchten zufolge soll sie aber bald wieder an anderer Stelle eröffnen.

Aber wir wollen uns natürlich nicht mit dem negativen Kram aufhalten und die schönen Seiten der Musikindustrie, des Skatepunks und des Bandlebens hören.

Anfang des Jahres hat es NARCOLAPTIC bereits zum dritten Mal nach Südostasien verschlagen. Von Bangkok bis Djakarta haben die Jungs insgesamt 12 Konzerte gespielt und rund 4.500 km zurückgelegt. Geschlafen wurde auf der Bühne (wo es auch gerne mal nach Kotze gerochen hat), in Hostels oder was sich sonst gerade so fand. Auf Rollern durch den Großstadtdschungel mit dem Equipment auf dem Rücken ging es zur nächsten Location.

Und wie feiern die Menschen in Südostasien so? Jedenfalls gibt es krasse Unterschiede zu deutschen Konzerten. Die Einheimischen dort scheinen den Pogo erfunden zu haben, getanzt wurde wo Platz war, gerne auch auf der Bühne. Die Securities mussten aufpassen, dass man sein eigenes Mikro nicht in die Fresse bekommt oder das Schlagzeug stehen bleibt. Frauen haben ihre Kinder neben der Bühne gestillt, alte Omas haben mitgefeiert und wenn man sich umgedreht hat, sah man den tiefsten Dschungel. Wer einen Einblick dazu bekommen möchte, sollte sich unbedingt das Video zu „Breathe“ angucken:


Wenn ihr euch aussuchen könntet, mit wem ihr mal die Bühne teilen wollt, wer wäre das?

Don: Es gibt viele Bands mit denen ich gerne noch mal spielen würde: Mit WIZO, NOFX und mit Streetlight Manifesto würde ich am Liebsten spielen, aber ich glaube nicht, dass es noch klappt…

Manu: NOFX!

Marlon: NOFX, Pennywise, alles was so musikalisch zu uns passen würde, Anti Flag wäre auch super!

Da wir schon bei NOFX sind, Fat Mike ist gerade clean auf Tour, wie sieht das bei euch aus?

„Meistens sind wir ziemlich betrunken, deswegen klappt auch oft nicht so viel, aber wir geben uns Mühe… Nicht immer, aber doch meistens!”

Manu: Also, einer muss fahren! Und ich würde auch sagen, eigentlich trinkt bei uns keiner vor dem Auftritt, höchstens mal ein Bier.

Marlon [sieht das scheinbar etwas anders]: Meistens sind wir ziemlich betrunken, deswegen klappt auch oft nicht so viel, aber wir geben uns Mühe… Nicht immer, aber doch meistens!

Don: Also ich spiele immer clean und trinke nicht vor einem Konzert.

Manu: Hinzu kommen natürlich die Strapazen einer Tour und wenn man schon ein paar Tage unterwegs ist und verkatert spielen muss, schockt das natürlich weniger. Zudem sind unsere Songs so schnell, da hat man wenig Zeit zu trinken. Früher hab ich vor der Zugabe mein Bier dann noch weggeext.


Glaubt wem ihr wollt und guckt es euch am besten live an. Und seien wir mal ehrlich: Alkohol gehört doch bei einem guten Konzert eigentlich immer dazu! Neben der Bühne engagieren sich die Jungs übrigens auch für Projekte von Viva Con Agua, Kein Bock Auf Nazis, Skate Aid oder Sea Shepard.

„Wir machen natürlich Mukke, aber wir haben alle ’ne ganz klare politische Überzeugung und das versuchen wir auch über die Musik auszudrücken. Wenn man irgendetwas unterstützen kann, sollte man das tun!“

Don hat beispielsweise an dem Viva-Con-Agua-Film „Hinter den Festival Kulissen“ mitgearbeitet und dafür viele namenhafte Persönlichkeiten interviewt. Wer also Bock auf einen Einblick hinter die Kulissen von Viva Con Agua hat, sollte sich den Film unbedingt geben.

NARCOLAPTIC machen auf jeden Fall gute Laune und wenn ihr die Chance habt, besucht unbedingt ein Konzert von den Jungs!

Vielen Dank für das lustige und etwas flüssige Interview, sei es nun wegen des Regens oder, ach lassen wir das…

NARCOLAPTIC am 05.11. im Hafenklang

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