Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Nathan Gray ist nicht nur Sänger der großartigen Boysetsfire, er ist auch seit geraumer Zeit als Solokünstler unterwegs. Vergangenen Donnerstag verwandelte er beim Sommer in Altona das Zelt mit seinem Akustik-Konzert in eine ganz besondere Privatvorstellung. Neben musikalischen Ergüssen hatte Nathan allerhand zu erzählen. Vielleicht fast ein bisschen zu viel, aber bei der familiären Atmosphäre die dort im Zelt herrschte kann man es ihm kaum verübeln.

Während des Konzerts rief zum Beispiel jemand aus dem Publikum, dass der Sound scheiße sei – Nathan verstand im ersten Moment allerdings, dass sein Song scheiße ist. Etwas perplex konnte das Missverständnis aber schnell aus der Welt geschafft werden und alle hatten etwas zu lachen. Natürlich durfte zwischen den Songs auch das Thema Trump nicht fehlen, bei dem er sich fast sprachlos zeigte und davon sprach, dass der Wandel nicht nur in Amerika stattfinden müsse, sondern überall und dass es an uns ist, den Wandel genau jetzt in die Hand zu nehmen. Wenn es doch so einfach wäre.

Einen weiteren Gänsehautmoment bescherte uns Nathan mit seinem Song „Echoes“. Er sprach von seiner Zeit in der Kirche, als er sexuell misshandelt wurde und wie er mit dieser Zeit im erwachsenen Alter umgeht. Damit zeigt er, wie wichtig es ist, mit solchen Situationen klarzukommen, den Mund aufzumachen und nicht still zu bleiben. Und wenn ein ganzes Zelt muksmäuschen still ist, zeigt es umso mehr, wie sensibel dieses Thema ist.

Natürlich wurde der Abend mit jeder Menge guter Laune abgeschlossen und wir konnten das Zelt mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht verlassen.

Fotogalerie: Nathan Gray