Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Nachdem Nathan Gray unter dem Projektnamen Nathan Gray Collective die Tiefen experimenteller Musik zwischen Industrial, Dark Wave und Gothic ergründete, wendete er sich mit seiner letzten Veröffentlichung „Feral Hymns“ reduzierterer, akustischer Musik zu. Mit diesem Fokus war er nun auf Solo-Tour. Im Hamburg spielte er dabei im Rahmen der Festival-Reihe „Sommer in Altona“ im ausverkauften Zelt.

Die Simplizität des Albums spiegelte sich auch auf der Bühne wieder. Auf der Bühne standen lediglich Gray mit Semi-Akustikgitarre und Begleitmusiker Ben Christo mit E-Gitarre. In diesem Rahmen spielte Gray seine Songs überaus leidenschaftlich und gewann vor allem mit dieser Leidenschaft schnell die Gunst der Crowd.

Seine Solo-Tour darf man gerne auch als Teil einer Art Selbstheilungsprozess betrachten. Ungefiltert sprach er zwischen den Songs über sexuellen Missbrauch, dem er unterzogen wurde. Darüber hinaus gab es Ansprachen in Bezug auf Politik, Gesellschaft, Mitgefühl und viele weitere Themen. Das Besondere daran: Er sprach mit einer beispielhaften Dringlichkeit, die die Ernsthaftigkeit seiner Aussagen unterstrich. All dem wiederum hörten die ZuschauerInnen gebannt und interessiert zu. Die Songs wiederum wurden so lautstark mitgesungen, bis sich die Gänsehaut nicht mehr verstecken konnte.

Nathan Gray ist ganz sicher einer dieser Musiker, die etwas besonderes an sich haben. Etwas, das einen fesselt und mitreißt. Das, was an diesem Abend passierte, erlebt man ganz selten. Umso stärker ist dann jedoch der Effekt, wenn man es erlebt und der Eindruck ein bleibender ist.

Fotogalerie: Nathan Gray

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