Foto: David Edwards

Als ich hörte, dass Franz Ferdinand ein neues Album auf den Markt bringen, war ich sofort Feuer und Flamme. Die Schotten gehören zu jenen Bands, die in den 2000er Jahren die Indie-Welle über Europa brachten und mit ihrem gleichnamigen Debüt für zahlreiche Glücksmomente auf Festivals und Konzerten sorgten. Im Gegensatz zu anderen Bands aus dieser Zeit sind Franz Ferdinand in Würde gealtert und sorgen bis heute dafür, dass sie bei Festivalbookern stets im oberen Line-Up gebucht werden und auch die großen Venues spielen. Nun folgt das fünfte Album „Always Ascending“, bei dem auch zwei neue Bandmitglieder integriert wurden.

Gleich die erste, gleichnamige Vorabsingle „Always Ascending“ entpuppt sich als toller Opener für die kommenden Gigs. Die Stimme von Alex Kapranos begleitet vom Piano mündet dann in einem ohrwurmartigen elektronischen Beat. Auch wenn Gitarrist Nicholas McCarthy nach seinem Ausstieg schmerzlich vermisst wird, haben Franz Ferdinand nicht das Know-How für Hits verloren. Auch „Lazy Boy“ gehört in diese Kategorie trotz eines recht simplen Refrains.

Auch die ruhigen Töne beherrschen Franz Ferdinand, wenn Kapronas in „The Academy Award“ den Zuhörern seine Geschichte schon fast erzählt. Mein persönlicher Favorit ist „Huck and Jim“, welcher Song vermutlich live ein absoluter Kracher sein wird. Die zweite Hälfte von „Always Ascending“ ist im Vergleich zur schwächeren Mitte des Albums sehr stark, denn auch „Glimpse of Love“ und die zweite Single „Feel The Love Go“ sind starke, tanzbare Titel.

Nach dem Ausstieg ihres ehemaligen Gitarristen haben Franz Ferdinand mit Dino Bartot (Gitarre) sowie Julian Corrie (Keys) zwei neue Mitglieder gewonnen. So wurde nicht nur ein neues Album geschaffen, sondern eine neue Band geformt. Dieser Prozess scheint der Band gelungen zu sein, denn „Always Ascending“ reiht sich wunderbar in die bisherige Diskografie ein und wird auch seine festen Hits in der Livesetlist sicher haben.

Neben dem Hurricane Festival und Southside Festival werden Franz Ferdinand demnächst auf Konzerttour nach Deutschland kommen. Die Livequalität der schottischen Indie-Band ist unumstritten. Es lohnt sich also, eines der folgenden Konzerte zu besuchen, bei denen mit den Leoniden ein ebenfalls sehr starker Support die Zuschauer einheizen wird.

Franz Ferdinand Deutschland-Tour 2018

  • 01.03 – Hamburg, Mehr! Theater*
  • 05.03 – Köln, Palladium*
  • 07.03 – Berlin, Tempodrom*
  • 12.03 – München, Tonhalle*
  • 22.06 – 24.06 – Hurricane Festival
  • 22.06 – 24.06 – Southside Festival

*Support: Leoniden