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Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu und in den Blogs dieser Welt wird dann oft mit irgendwelchen Bestenlisten um sich herumgeworfen. Wir sind natürlich total hipster – und machen volles Pfund mit! Und was bietet sich in einem Musik-Blog besser an, als eine Top-Liste über die besten Releases dieses Jahres? Ihr habt richtig geraten: Genau das machen wir!

Allerdings haben wir uns hierfür einen kleinen Twist überlegt: Jeder einzelne aus unserem Team wird über die nächsten Wochen hinweg über seine persönliche Bestenliste schreiben. Wenngleich sich unsere Geschmäcker in einigen Bereichen sehr ähneln, driften sie in anderen doch weit auseinander und da wäre eine gemeinsame Bestenliste schlichtweg unangebracht; denn nur, weil ich Hip-Hop nicht mag, soll Tim beispielsweise nicht auf die Nennung eines Hip-Hop-Albums verzichten müssen.

Den Start in diese kleine Artikelserie, mit der wir unser persönliches noisiv-Jahr 2015 beenden, übernehme ich. In den nächsten Wochen kommt dann nach und nach jeder zum Zug – die Beiträge könnt ihr dann jeden Mittwoch erwarten. Habt ihr da Bock drauf? Ja? Ich auch! Also los!

#05: Ben Galliers – Calm Seas Don’t Make Good Sailors

Ben Galliers - Calm Seas Dont Make Good Sailors

Erst durch ihren Support-Slot im Rahmen der Geister-Tour von Gloria lernte ich die Band rund um Sänger Ben Galliers kennen, die mich schwer beeindruckte und in voller Besetzung noch besser rüberkommt. Auch das Album, dass sie bespielt haben und „Calm Seas Don’t Make Good Sailors” heißt, ist nicht minder einfangend.

Jenes Album beinhaltet elf Indie-Folk-Songs, in denen die Band kreativ auch höchstem Niveau agiert. Komposition und Instrumentalisierung sind sehr variabel gestaltet – man hört viele verschiedene Instrumente, die mit scheinbarer Selbstverständlichkeit in ein kohärentes Ganzes zusammengefügt wurden.

Dazu kommt noch die wirklich tolle Stimme von Galliers, die sehr markant und charakteristisch ist. Die Texte, die er singt, nehmen einen mit und lassen einen ganz genau zuhören, wenn es um Themen, wie Zwischenmenschlichkeit oder Depressionen geht. Sie treffen exakt den Nerv, den sie treffen sollen – so verständlich und naheliegend, so sehr auf den Punkt gebracht.

Anspieltipps: Love Isn’t All We Need, Harmony, The Man Who Was

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# 04: Steaming Satellites – Steaming Satellites

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Der Sound der Steaming Satellites ist mit „originell” wahrscheinlich nur ungenügend beschrieben. Sie haben ihren eigenen Stil, den sie seit dem 2011er-Debüt „The Mustart Mozart Affaire” kontinuierlich ausbauen. Das jüngste Ergebnis dieser Arbeit ist das dritte Album, mit dem die Band ihren Spacerock auf die nächste Ebene bringen.

Die Texte sind gut geschrieben und werden auf einem ebenso hohen Niveau gesungen. Über die gesamte Länge des Albums will der Körper tanzen und der Kopf über die Texte nachdenken. Dazu kommt eine tolle Rhytmik-Sektion und der Sound erweckt den Eindruck, als würden viel mehr Menschen bei dieser Band mitwirken, als es tatsächlich der Fall ist.

Die Steaming Satellites denken in ihren eigenen musikalischen Bahnen und das erfrischt ungemein. Mich persönlich hat das neue Album vom Fleck weg begeistert! Mein detailliertes Review könnt ihr übrigens auch hier im Blog nachlesen.

Anspieltipps: Rocket, Honey, Back and Forth

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#03: The Dead Weather – Dodge and Burn

The Dead Weather - Dodge and Burn

Fünf Jahre nach „Sea of Cowards” melden sich The Dead Weather mit einem neuen Album zurück. Dieses hört auf den Namen „Dodge and Burn” und es ist wieder einmal ein Ausrufezeichen an die Musikwelt! Brachiale Songs, tödliche Atmosphären sowie verzerrte Gitarren und Bässe machen das Album zu einem der kreativen Höhepunkte dieses Musikjahres.

Nach wie vor beeindruckt die Supergroup, der Jack White (The White Stripes, The Raconteurs), Alison Mosshart (The Kills), Dean Fertita (Queens of the Stone Age, Hello=Fire) und Jack Lawrence (The Raconteurs, The Greenhornes) angehören, durch abwechslungsreiche Drum-Patterns und schwergewichtige Sounds, bei denen oft mit Loop-Machines und Equalizers gearbeitet wird. Die Bandbreite der Gruppe ist scheinbar endlos und „Dodge and Burn” ist ein weiterer Beweis für diese verlässliche Qualität und Kreativität.

Anspieltipps: I Feel Love (Every Million Miles), Let Me Through, Three Dollar Hat

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#02: Love A – Jagd und Hund

Love A - Jagd und Hund

Love A haben seit 2011 drei Alben veröffentlicht – „Jagd und Hund” ist das aktuellste Werk und es zeigt, wie sehr sich die Band weiterentwickelt hat. Vom Deutschpunk mit Indie-Elementen ist die Musik zu einer bunten Mischung aus Post-Punk, New Wave und Indie herangewachsen. Die Texte glänzen vor lyrischer Schönheit, stoische Rhythmik durchfließt jeden einzelnen Ton.

Die Songs sind dabei unheimlich gut geschrieben und man merkt an jeder Ecke, wie sehr die Musik der Gruppe gereift und „erwachsen” geworden ist. Ihr Sound ist variabel und doch erkennbar, klug und regt dabei zum intensiven Nachdenken an. Nicht grundlos gehören Love A inzwischen zu meinen persönlichen Herzensbands. Meine vollständige Album-Rezension könnt ihr übrigens auch hier im Blog nachlesen und auch mehrere Live-Berichte habe ich euch für euch im Angebot.

Anspieltipps: Toter Winkel, Der beste Club der Welt, 100.000 Stühle leer

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#01: Adam Angst – Adam Angst

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Beinahe aus dem nichts heraus kam Felix Schönfuss, ehemaliger Sänger von Escapado und Frau Potz, mit seinem neuen Projekt um die Ecke: „Adam Angst” nennt er seine Karikatur der doppelmoralischen Gesellschaft, die er in den insgesamt elf Songs oft satirisch, ironisch, aber auch bitterböse ernst aufs Korn nimmt.

Die Songs dieses Albums hören sich ungemein frisch an, sind trotzdem catchy und strotzen vor musikalischer Abwechslung, die mitunter ungemein überrascht. Meistens geht es aber brechend hart, aber intelligent durch die Decke. Schönfuss‘ lyrisches Inneres strotzt dieser Tage vor Wut und genau das ist es auch, was dieses Album so anders und hörenswert macht.

Wenn ihr mehr zum Album erfahren wollt, solltet ihr euch Tims detailliertes Album-Review definitiv durchlesen. In unserem Adam-Angst-Archiv findet ihr zudem Live-Berichte in reichhaltiger Menge.

Anspieltipps: Was der Teufel sagt, Splitter von Granaten, Flieh von hier

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